Roboter sollen Briten beraten

Berater von Stefan Terliesner

Die britische Finanzaufsicht lockert das Provisionsverbot nicht. Die „Beratungslücke“ bei Personen mit geringem und mittlerem Einkommen sollen jetzt Maschinen schließen.

In Britannien soll das Angebot für automatisierte Beratungen ausgebaut werden. Fotolia / Kirsty Pargeter

„Britische Finanzaufsicht prüft Provisionen“ lautet im Januar eine Schlagzeile bei procontra.de. Überlegungen der Financial Conduct Authority (FCA) deuteten auf eine Teilabkehr vom seit 2013 bestehenden Provisionsverbot hin. Dazu kommt es nicht. Das Medium Fonds Professionell schreibt über einen kürzlich veröffentlichten Bericht, den die FCA mit dem britischen Finanzministerium erarbeitet habe. Der Report liste eine Reihe von Vorschlägen auf, um eine „Beratungslücke“ in der Bevölkerung zu schließen.

Nach Einführung des Provisionsverbotes nutzen offenbar etliche Briten keine Finanzberatung mehr, weil sie von der jetzt transparenten Vergütung in Form eines Honorars abgeschreckt werden. Um Normalverdienern dennoch eine Beratung zu ermöglichen, verwiesen die Autoren des Berichts auf die Möglichkeit, Beratungshonorare in Raten zu bezahlen. Das sei zwar bereits jetzt möglich, allerdings würden die Finanzdienstleister nur selten darauf hinweisen.

Beratung oder Hilfestellung?

Ein weiterer Ausweg sei eine abgespeckte Form der Beratung einzuführen. Dem Bericht zufolge sei vielen Finanzdienstleister auf der Insel nicht klar, ab wann es sich um eine Beratung handele und wann nur um eine Hilfestellung. Als Resultat würden die Unternehmen es nicht wagen, entsprechend kostengünstigere Angebote zu entwickeln. In diesem Zusammenhang spiele die Technik in Form von automatisierten und daher kostengünstigeren Beratungswerkzeugen eine Rolle. Das Ministerium und die Aufsicht seien sich einig, dass das Angebot an Roboter-Beratern ausgebaut werden soll. Dafür müsse der Rechtsrahmen entsprechend angepasst werden.

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