LVRG: Versicherer verneinen weiteren Reformbedarf

| Berater | Top News von Martin Thaler

Dr. Frank Grund Foto: Ute Grabowsky / photothek.net / BaFin

Müssen die Courtagemodelle erneut verschärft werden? Die BaFin sieht in punkto LVRG noch gehörigen Nachbesserungsbedarf. Die Lebensversicherer sehen die Sache ein wenig anders.

Das Thema LVRG-Umsetzung scheint sich zu einem Dauerläufer zu entwickeln. Viele Versicherungsunternehmen hatten planmäßig zum 1. Januar 2015 ihre Provisionsmodelle umgestellt – doch anscheinend reicht dies nicht. Diesen Eindruck erweckte zumindest jüngst Dr. Frank Grund, seit Oktober 2015 Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht bei der BaFin ist.

Zuerst hatte Grund auf dem Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung behauptet, eine Absenkung der Abschlusskosten habe nur in Ausnahmefällen stattgefunden. Eine Aussage, die er Anfang März relativierte. So erklärte er, dass die meisten Lebensversicherer ihre Abschlusskosten gemäß dem LVRG geändert hätten. Vollkommen zufrieden schien er mit den umgesetzten Änderungen allerdings nicht zu sein: „„Hier gibt es noch viel zu tun“, wurde er zitiert.

Doch wie sehen das die Versicherungsunternehmen? Wie sind die Planungen? Wie viel Luft besteht nach oben?

ERGO mit zwei Modellen

„Seit der Einführung unseres neuen Courtage-Modells zum 1. Januar 2015 gab es keine weiteren Anpassungen oder Änderungen. Momentan sind keine weiteren Anpassungen oder Änderungen geplant“, erklärte eine Sprecherin der Wüstenrot & Württembergische AG auf procontra-Nachfrage.

Auch bei den anderen Lebensversicherern scheint man zufrieden mit den reformierten Courtage-Modellen und sieht keine Veranlassung, hier weiter an den Stellschrauben zu drehen. Bei der Ergo arbeite man derzeit an der technischen Umsetzung der neuen Courtagemodelle, wie es von Unternehmensseite hieß. Diese solle bis 1. Januar 2017 erfolgen.

Für Makler stünden in Zukunft zwei Modelle bereit: „Erstens:  Absenkung der Abschlussvergütung und Verlagerung auf die Bestandsvergütung über die gesamte Laufzeit des Vertrages sowie Beibehalt der Haftungszeit von fünf Jahren für die Abschlussvergütung oder zweitens: unveränderte Abschluss- und Bestandsvergütung und Verlängerung der Stornohaftungszeit von fünf auf acht Jahre“, teilte die Ergo mit.

VWB und Stuttgarter ohne weitere Anpassungen

Bei der Stuttgarter Lebensversicherung sieht man ebenfalls keinen Bedarf für weitere Anpassungen: „Wir haben seit der Umstellung keine Anpassungen mehr vorgenommen. Es sind auch keine weiteren geplant.“

Keinen Grund zur erneuten Veränderung sieht auch der Volkswohl Bund: „Wir haben unser neues Courtagemodell sorgfältig ausgearbeitet und rechtzeitig zum 1. Januar 2015 eingeführt. Änderungen waren bis heute noch nicht nötig, sind auch nichtgeplant, aber auch nicht für alle Ewigkeiten ausgeschlossen“, 

teilte die Assekuranz mit. Sollte es zu veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen kommen, könnte das bestehende Courtagemodell erneut umgebaut werden.

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