Kfz: Unfallmelde-Dienst startet im April

| Versicherungen | Top News von Michael Fiedler

Unfallmeldedienst im Auto: Stecker und Smartphone-App. Bild: GDV

Ob schwerer Unfall, Panne oder Notruf – künftig sind Rettungskräfte schneller am Unfallort als bisher. Ermöglichen soll das der „Unfallmeldedienst“, den die deutsche Versicherungswirtschaft entwickelt hat. Wie er funktioniert und welche Daten, wann übertragen werden.

Am 16. März stellte der GDV in Berlin den „Unfallmeldedienst“ vor. Dabei handelt es sich um einen Stecker für die 12-Volt-Buchse („Zigarettenanzünder“) im Auto. In dem Gerät sind Sensoren verarbeitet, die eine Kollision und deren Stärke registrieren. Via App wird die Notrufzentrale informiert, Position und letzte Fahrtrichtung übermittelt.
Der Unfallmeldedienst (UMD) könne aber auch bei Blech- und Bagatellschäden eingesetzt werden, teilte der GDV mit. Autofahrer könnten einen manuellen Pannenruf auslösen, der vom jeweiligen Kfz-Versicherer aufgenommen wird. 

Wie der Unfallmeldedienst funktionieren soll, zeigt die Grafik des GDV.

Datenübertragung nur nach Unfall 

Die Erstellung von Bewegungsprofilen oder Rückschlüsse auf die Fahrweise seien mit dem Unfallmeldedienst ausgeschlossen, so der GDV. Das Smartphone würde nur nach einem Unfall oder einem manuellen Hilferuf Daten übertragen.

Abgrenzung zum eCall

Die Frage nach Datenzugang und Nutzung ist absolut berechtigt. Denn sie stand im Mittelpunkt von Auseinandersetzungen zwischen u.a. GDV und Automobilherstellern.
Letztere müssen ab 2018 in jedes Neufahrzeug eine ganz ähnliche Technologie fest einbauen: den sogenannten eCall. Erst auf Drängen von Versicherern und Automobilclubs wurden die Fahrzeughersteller verpflichtet, offene Schnittstellen zum Datenaustausch zuzulassen.
Die Befürchtung damals: Nach einem Unfall könnten die Automobilhersteller Autofahrer bevorzugt zu eigenen Autohäusern und Werkstätten schicken.

Doch ein Konkurenzsystem zum eCall sieht man beim GDV in der eigenen Lösung nicht. „Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Systemen ist, dass unsere Lösung auch in Gebrauchtwagen zum Einsatz kommen kann“, so GDV-Sprecher Suliak gegenüber procontra. Der eCall gelte ja nur für Neufahrzeuge – da würde es eine ganze Weile dauern, bis sich der Service in der Breite durchgesetzt habe, so Suliak weiter.

Zur Markteinführung stehen den teilnehmenden Kfz-Versicherern rund eine halbe Million Unfallmeldestecker zur Verfügung. So meldete Axa, dass Kunden, die ab 4. Mai 2016 eine Kraftfahrt-Versicherung abschließen, den Unfallmeldedienst als Baustein angeboten bekommen.

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