Jugend verliert Vertrauen in gesetzliche Rente

Berater von Martin Thaler

74 Prozent der bis 35-Jährigen glauben laut einer Umfrage nicht, dass ihre Rente später reichen wird. Höhere Beiträge sind für sie kein Tabu mehr.

Laut einer Umfrage verlieren immer mehr junge Menschen ihr Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung. Foto: Jeanette Diehl - fotolia.de

Werde ich von meiner gesetzlichen Rente später einmal gut leben können? Das bejaht in Deutschland nur noch ein Drittel der Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid unter 1046 Wahlberechtigten, das diese im Auftrag der IG Metall durchgeführt hat.

Besonders drastisch sei der Vertrauensverlust in eine auskömmliche Rentenversorgung bei den jungen Generation, stellt die Umfrage fest: 74 Prozent der 18- bis 34-Jährigen glaubt nicht daran, dass ihre gesetzliche Rente später einmal reichen wird – in der Gesamtbevölkerung glauben das nur 64 Prozent.

Zu so viel Pessimismus passt, dass 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger unter 35 Jahren nur noch wenig oder gar kein Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung haben. Auch in den älteren Generationen schwindet es. Insgesamt geben mehr als ein Drittel aller Befragten (38 Prozent) an, dass ihr Vertrauen in die gesetzliche Rente in den vergangenen Jahren gesunken ist.

So groß der Vertrauensverlust bei den jüngeren Generationen auch ist, desto stärker sind sie auch bereit, das gesetzliche Rentensystem zu stärken. So könnten sich 72 Prozent der 18- bis 34-Jährigen vorstellen, für eine höhere Rente auch höhere Beiträge zu zahlen.    

„Die Studie zeigt, dass gerade die Jüngeren bereits wären, mehr in das solidarische System der gesetzlichen Rente zu investieren - wenn sie ihnen den Lebensstandard im Alter annährend sichert. Das ist eine wichtige Botschaft", kommentierte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, das Umfrageergebnis.

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