Honorarberater: Wie die Rendite erhöht werden soll

Berater von Stefan Terliesner

Netzwerk fordert Makler und Finanzberater auf, „ihre Komfortzone zu verlassen und neue Wege zu gehen“. Eine bis zu zwei Prozentpunkte höhere Verzinsung in der Altersvorsorge sei möglich.

Zugunsten von höheren Renditen sollten Makler auf Nettotarife setzen, empfiehlt das Honorarberaternetzwerk con.fee Bild: Fotolia / mkphotography

Das Honorarberaternetzwerks con.fee AG trommelt für das eigene Geschäftsmodell. In einem Pressetext knöpft sich die Gesellschaft zunächst die neuen Produkte in der Lebensversicherung vor, die „Neue Klassik“, die bei reduzierten Garantien überdurchschnittliche Renditen versprechen würden. Um Garantien zu sichern, müssten auch bei diesen Tarifen ein Großteil der Beiträge in festverzinsliche Wertpapiere investiert werden. Nur ein kleiner Teil könne in „renditeträchtige Anlagen wie Aktien, Zertifikate oder Optionen gesteckt werden.“ Daher könnten Kunden allenfalls geringfügig bessere Ablaufleistungen erwarten als mit der "Alten Klassik“ und gefährdeten damit ebenfalls ihre Altersversorgung. con.fee verweist auf den map-Report, wonach die Rendite von klassischen Rentenpolicen aktuell nur noch 1,5 Prozent pro Jahr betrage.

Nettotarife und Passivfonds im Angebot

Um die Altersvorsorge ihrer Kunden in Zeiten dauerhaft niedriger Zinse zu verbessern, sollten Makler und Finanzberater „ihre Komfortzone verlassen und neue Wege gehen“, heißt es in der Pressemitteilung. con.fee zählt auf:

  • Kosten senken mit Nettotarifen, ETFs und kostengünstigen „passiven“ Fonds
  • Garantien reduzieren
  • Höhere Aktienanteile wagen
  • Mit „Buy and Hold“ Durchschnittskosteneffekt nutzen
  • Rebalancing mindestens einmal pro Jahr durchführe

Den Beratern von con.fee stünden die kostengünstigsten Produkte und passive Modellportfolios zur Verfügung. Damit könnten sie die Rendite ihrer Kunden um mehr als zwei Prozentpunkte pro Jahr erhöhen. Treten Börsenschwächen auf, verbessere sich diese Rendite bei langlaufenden Fondsspar- bzw. Fondsrentenverträgen aufgrund des Durchschnittskosteneffekts noch einmal erheblich. Und mit einem jährlichen Rebalancing kämen durchschnittlich weitere 0,5 Prozentpunkte p.a. hinzu, berichtet das Unternehmen.

Nur wenig Produkte im Markt verfügbar

Was con.fee in der Pressemitteilung nicht erwähnt: Noch ist das Angebot an zum Beispiel Nettotarifen relativ gering. Vor rund zwei Jahren wies procontra in der Ausgabe 01/2014 unter der Überschrift „Nettodruck erhöht sich“ auf die Renditechancen von Nettopolicen hin – und auf das überschaubare Angebot. Folgende Versicherer hatten zu dieser Zeit Netto- bzw. Honorartarife im Programm: Ageas, Alte Leipziger, Arag, Atlantiklux (Luxemburg), Baden-Badener, Barmenia, Condor, Continentale, Ergo, Europa, FWU-Gruppe, Generali, Grundeigentümer-VVaG, Hannoversche, Interrisk, Legal & General, LV 1871, Mamax Leben, myLife, Neue BBV, Kölner Pensionskasse, Prisma Life (Liechtenstein), Volkswohlbund, Vorsorge Leben.

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