Generali bietet Vitality ab Juli an

Versicherungen von Stefan Terliesner

Die Vitality-Tarife der Generali starten in der Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Mit dem Telematik-Tarif will der Versicherer nicht den Gesundheitsstatus messen, sondern die Entwicklung. Die Allianz warnt hingegen vor solchen Tarifen.

Die Vitality-Tarife der Generali sind schon vor ihrem Start umstritten. Fotolia/ Gina Sanders

Jetzt hat Giovanni Liverani die Katze aus dem Sack gelassen. Medieninformationen zufolge sagte der Chef von Generali Deutschland vor der Presse, dass das in der Branche aufmerksam beobachtete Vitality-Programm am 1. Juli startet. Ursprünglich war die Einführung im ersten Halbjahr geplant. Bei dem Programm handelt es sich um Telematik- beziehungsweise Daten-Tarife. Ähnlich wie bei den Kfz-Tarifen wird eine bestimmte Verhaltensweise belohnt – in diesem Fall gesund essen, nicht rauchen, wenig Alkohol trinken und so weiter. Die Ernährungs-, Bewegungs- und sonstigen Daten sammelt Generali eigenen Angaben zufolge in Kooperation mit Supermärkten, Wearables-Anbietern und Fitnessstudios. Partner für das Produkt ist die südafrikanische Gesellschaft Discovery. procontra-online berichtete bereits im November 2014 kritisch über die Kooperation.

Ab Juli nun können Kunden die Option Vitality in der Risikolebensversicherung und in der Berufsunfähigkeitsversicherung wählen. In der Krankenversicherung denkt Generali über eine Einführung noch nach. procontra-online hatte hierzu bereits im vergangenen Jahr kritisch angemerkt, dass Telematik die Assekuranz grundlegend verändern und sogar gefährden kann. Durch einen Trend hin zur „obsessiven Selbstbeobachtung“ und „Pay-as-you-live“-Tarifen wird die Funktion einer Versicherung, Absicherung des Einzelnen durch das Kollektiv, ausgehöhlt. Die Kritik wird von Verbraucherschützern geteilt. Und selbst Versicherer haben hier Skrupel.

Allianz: Telematik passt nicht zur PKV

So bemerkt eine Pressesprecherin der Allianz auf Anfrage zum Thema Telematik-Tarif in der private Krankenversicherung: „Wir planen keinen an Fitness-Apps gekoppelten Tarif für Sportler. Wenn ein Kunde durch den Nachweis eines aktiven Lifestyles seine Prämie senken könnte, hieße das im Umkehrschluss, dass er, wenn beispielsweise ein ´Läuferknie´ ihn vom Training abhält, einen höheren Beitrag zahlen müsste. Er würde für die Krankheit bestraft.“ Und weiter: „Außerdem passen kleinteilige Kollektive nicht in die private Krankenversicherung. Denn die Solidargemeinschaft funktioniert über den Ausgleich in der Gruppe: Die Gesunden stehen für die Kranken ein, und das funktioniert nach dem Gesetz der großen Zahlen umso besser, je größer die Anzahl der Personen ist.“

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