Garantiezins soll weiter sinken

Versicherungen von Martin Thaler

Die Deutsche Aktuarvereinigung spricht sich für eine Zinssenkung auf 1 Prozent ab 2018 aus. Auch von Seiten der EZB gab es für Sparer schlechte Nachrichten.

Foto: WoGi - Fotolia.com

Wer sich in Zukunft für den Abschluss einer klassischen Lebensversicherung entscheidet, muss sich auf einen weiteren Rückgang beim Garantiezins einstellen. Für eine Senkung des Garantiezinses sprach sich nun nämlich die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) aus. Der DAV zufolge solle der Zins für Neuverträge von aktuell 1,25 ab 2018 auf 1 Prozent sinken, für 2017 bleibe ein Zins von 1,25 indes weiterhin vertretbar.  

Der sinkende Garantiezins ist dabei eng mit mit der Niedrigzinspolitk der Europäischen Zentralbank (EZB) verknüpft. Diese hatte in der vergangenen Woche den Leitzins auf Null Prozent gesenkt. Dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern könnte, darauf deutet derzeit wenig hin.

So erklärte der EZB-Chefsvolkswirt Peter Praet in einem an diesem Freitag in der italienischen Zeitung „La Republica“, dass die EZB die Grenzen ihrer Geldpolitik noch nicht erreicht habe. Sollten die Inflationserwartungen weiter schwach bleiben und sich der konjunkturelle Ausblick verschlechtern, gehöre eine Zinssenkung weiterhin zum verfügbaren Arsenal, erklärte Praet.  

Die Lebensversicherer stehen durch die EZB-Niedrigzinspolitik stark unter Druck. Felix Hufeld, Chef der Finanzaufsicht Bafin, hatte bereits zu Jahresbeginn an die Versicherungsunternehmen appelliert, frühzeitig alles zu unternehmen, um die ausgesprochenen Garantien erfüllen zu können. Als Vorschlag hatte Hufeld unter anderem die Entwicklung neuer Garantieformen genannt. Einige Unternehmen kündigten zuletzt sogar eine völlige Abkehr von Lebensversicherungspolicen mit festem Garantiezins an.  

Ob der Garantiezins allerdings wirklich gesenkt wird, steht noch nicht fest. Die endgültige Entscheidung trifft das Bundesfinanzministerium auf Grundlage des DAV-Vorschlages sowie Empfehlungen der Bafin.

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