Cyber-Angriffe bleiben oft unbemerkt

Berater von Michael Fiedler

5.300 Infektionen pro Stunde – so die Bilanz von einem Wochenende. Cyber-Crime Experte Edgar Scholl erklärt im Video was gegen Ransomeware hilft.

Screenshot Youtube: Was hilft gegen Ransomware/Locky?

Die Verschlüsselungs-Trojaner „Locky“ und „TeslaCrpyt“ haben in den vergangenen Wochen für viel Unruhe gesorgt. Medien berichteten von sieben Krankenhäusern in NRW, die von der Schadsoftware angegriffen worden seien.
Doch das Ausmaß der Bedrohung ist wesentlich größer. IT-Sicherheitsexperte Edgar Scholl sprach von 5.300 Infektionen pro Stunde. Allein zwischen dem 20. und 21. Februar in Deutschland.

Der grassierende Kryptotrojaner, der sich als Rechnung im E-Mail Anhang tarnt, verschlüsselt beim Öffnen alle vom infizierten Computer aus erreichbaren Dateien – unter Umständen auch gemeinschaftliche Netzwerkfestplatten und Cloud-Speicherdienste. Für die vermeintliche Entschlüsselung wird ein Lösegeld in Bitcoins verlangt. Ein derartiger Angriff führte nun bei einer der betroffenen Kliniken dazu, dass geplante Operationen teils nicht stattfanden und Patientendaten sowie die klinische Dokumentation nicht mehr verfügbar waren.

Ole Sieverding, Cyber-Experte beim Spezialversicherer Hiscox, weiß, dass gerade Arztpraxen ein sensibles Ziel für Cyberkriminelle sind: „Sie sind meist gar nicht oder nur schlecht auf den Ernstfall vorbereitet und können spontan nicht auf eigene IT-Profis zurückgreifen, sodass sie Back-Ups, sofern vorhanden, nur mühsam wiederherstellen und so eine rasche Wiederaufnahme der Betriebssysteme kaum bewerkstelligen können. Die Kosten eines Cyberschadens nehmen somit für kleine Betriebe schnell existenzbedrohende Ausmaße an. Sie müssen auf externe Dienstleister zugreifen und haben häufig keine ausreichende Datensicherung.“

BSI rät zu Backup-Software

Regelmäßig angelegte Daten- und System-Backups sind im Falle einer Infektion durch einen Verschlüsselungs-Trojaner (Ransomware) oft die einzige Möglichkeit, die betroffenen Dateien und Systeme wiederherzustellen und größeren Schaden zu vermeiden, so Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

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