bAV bleibt für viele Angestellte ein Rätsel

| Berater von Martin Thaler

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Die betriebliche Altersversorgung ist für viele Beschäftigte wichtig. Gleichzeitig sind die Wissenslücken groß. Hieraus ergibt sich für viele Unternehmen eine interessante Chance.

Wird die staatliche Rente später reichen? Wohl eher nicht – so lautet zumindest der Tenor der Studie „Missverständnis bAV“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Gleich 90 Prozent der 1000 von PwC befragten sozialversicherten Beschäftigten glauben nicht daran, allein von ihrer staatlichen Rente später gut leben zu können.  

Für viele Beschäftigte – insbesondere qualifizierte Mitarbeiter - stößt somit die betriebliche Altersversorgung auf stärkeres Interesse. So gaben gleich zwei Drittel der Befragten an, dass das bAV-Angebot des Arbeitgebers ein Kriterium bei der Stellenauswahl sei – nur Weiterbildungsangebote gelten als noch wichtiger.  

Zugleich herrscht auf Seiten der Beschäftigten ein großes Informationsdefizit. Gleich 41 Prozent der Befragten gaben an, ihre eigene arbeitgeberfinanzierte Versorgung nicht zu kennen. Eine verpasste Chance seitens der Betriebe glaubt Jürgen Helfen, Partner bei PwC und Experte für Altersversorgungssysteme:  „Unternehmen, die sich mit der betrieblichen Altersversorgung als attraktiver Arbeitgeber positionieren und Mitarbeiter binden wollen, müssen für ihre bAV-Modelle werben.“  

Große Wissenslücken bestehen vor allem beim Rechtsanspruch auf Entgeldumwandlung – hierbei Können Beschäftige einen Teil ihres Lohns steuer- und sozialversicherungsfrei in die bAV einzahlen. 29 Prozent der Befragten meinen, dass es in ihrem Unternehmen so etwas gar nicht gebe. In kleineren Betrieben unter 50 Mitarbeitern liegt dieser Anteil sogar bei 40 Prozent. „Die Vorteile der Entgeltumwandlung wie auch die arbeitgeberfinanzierten Leistungen sind viel zu wenig bekannt“, urteilt Helfen.

  Für eine allgemeine Stärkung der bAV hatte sich unlängst auch der Wirtschaftsjournalist Hermann-Josef Tenhagen ausgesprochen. Im Interview mit Metallrente nannte Tenhagen die Ausweitung der bAV zu einem Obligatorium als sinnvoll. Dadurch könnten die Organisation vereinfacht und die Kosten reduziert werden.

Wichtig sei allerdings auch bessere Handhabbarkeit, beispielsweise bei der einfacheren Übertragung der bAV im Falle eines Arbeitgeberwechsels. 

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