BaFin hält LV-Courtagen für zu hoch

Berater von Michael Fiedler

Noch im Januar sprach BaFin-Chefaufseher Dr. Grund von Einzelfällen unter den Lebensversicherern, die ihre Abschlusskosten angepasst hätten. Nun relativierte er die Aussage auf dem Vorlesungstag der Universität Leipzig.

Dr. Frank Grund Bild: Ute Grabowsky / photothek.net / BaFin

Als Dr. Frank Grund, seit Oktober 2015 Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht bei der BaFin, auf dem Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung sagte, eine Absenkung der Abschlusskosten habe nur in Einzelfällen stattgefunden, sorgte das bei Maklern für Stirnrunzeln.
So schrieb Martin Wiedenmann in einem Leser-Kommentar auf procontra-online, dass es bei allen LV-Anbietern, mit denen er zusammenarbeitet, zu deutlichen Courtage-Kürzungen gekommen sei.

Nun, auf dem 16. Vorlesungstag der Univerität Leipzig, relativierte Dr. Grund seine Aussage. Wie das Versicherungsjournal schreibt, sagte Dr. Grund, die meisten Lebensversicherer hätten – entsprechend dem LVRG – ihre Abschlusskosten verändert.

Allerdings habe er Zweifel, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichend seien. „Hier gibt es noch viel zu tun“, zitiert ihn der Branchendienst.
Dem würden wohl auch Makler zustimmen. Allerdings mit einer anderen Ausrichtung: Sie sehen sich inzwischen einer Vielzahl unterschiedlicher Abrechnungsmodelle gegenüber. Man müsse genau prüfen, welches Übel das (voraussichtlich) kleinste sei - bei manchen Anbietern habe sich die Stornohaftungszeit gar verdoppelt, schreibt Wiedenmann.

BaFin: Lebensversicherungen werden ver- nicht gekauft

In seinem Vortrag trat Grund dafür ein, bei der Umsetzung der Versicherungsvertriebs-Richtlinie (IDD) am provisionsbasierten Vertrieb festzuhalten. Lebensversicherungen würden nun einmal verkauft und nicht gekauft, gibt das Versicherungsjournal wieder. Auch die Zinszusatzreserve hält Grund für richtig. Zwar müssten sich die Unternehmen anstrengen, doch die Belastungen zum Aufbau dieser Reserveposition seien verkraftbar.

Dass der Höchstrechnungszins bei 1,25 Prozent belassen wurde, hält Grund für richtig. Allerdings befürchtet er, dass zu Beginn des nächsten Jahres eine weitere Absenkung notwendig werden könnte.
Wenig Neues gab es auch zum Provisionsabgabeverbot: Es bleibt bis zum 01.Juli 2017 in Kraft. Wie mit dem Verbot weiter verfahren werde, müsse sich im Rahmen der IDD-Umsetzung zeigen.

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