Aktien sind kein kurzfristiges Spekulationsobjekt

Investmentfonds von Michael Fiedler

Der DAX 30 verlor in den ersten Wochen des Jahres 2016 fast 20 Prozent seines Wertes. Doch Verbände und Experten raten zu Aktien. Denn langfristig zahlt sich das Investieren in Aktien aus, wie Zahlen vom Bankenverband zeigen.

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Die Auswirkungen des Zinstiefs werden umso gravierender, je länger diese Phase andauert. Besonders betroffen sind Anleger, die ihre Vorsorge vor allem auf niedrig verzinste Anlagen aufbauen.
Zwar gab es in den letzten Jahren einen positiven Trend, wie das Deutsche Aktieninstitut beobachtet, aber dass nur 14 Prozent der Bevölkerung am Aktienmarkt partizipieren sei viel zu wenig, so Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts.

Bedenken haben viele potenzielle Aktionäre sicher, weil die durchschnittliche Haltedauer von Aktien immer weiter sinkt: Betrug die durchschnittliche Haltedauer von Aktien 1980 noch 9,7 Jahre, liegt sie bei 0,6 Jahre in 2014 (World Federation of Exchanges).
Doch Anleger sollten Aktien nicht als kurzfristiges Spekulationsobjekt betrachten, meint Bortenlänger. Sehen Anleger in der Aktie eine nachhaltig renditeträchtige Anlageform, sei dies ein gutes Zeichen für die Aktienkultur in Deutschland, sagte sie.

Ganz ähnlich sieht es auch der Bankenverband. Das Verlustrisiko einer breit gestreuten Aktienanlage sei bei langen Anlagezeiträumen gering. „Wer zum Beispiel in einen repräsentativen Querschnitt von DAX-Aktien investierte, machte nach einer Haltedauer von 15 Jahren auch im ungünstigsten Fall keinen Verlust, erzielte aber meist eine jährliche Durchschnittsrendite von wenigstens fünf Prozent, in günstigen Fällen auch über zehn Prozent. Bei einer Haltedauer von 25 Jahren lag die durchschnittliche jährliche Rendite meist bei über sieben, teilweise über zehn Prozent“, so der Bankenverband.

Auch Andreas Görler, Wealthmanager (Wellinvest- Pruschke & Kalm GmbH) rät gegenüber procontra zu einer Erhöhung des Aktienanteils im Portfolio: „Schon jetzt reichen 30 Prozent Aktienquote nicht aus, um eine nachhaltige Rendite zu erzielen, die über 2 Prozent pro Jahr liegt, sofern der Rest in defensiven Rentenpapieren mit hoher Bonität investiert wird.“

Tipps zur Aktienanlage

Bei der Streuung sollte darauf geachtet werden, verschiedene Aktien aus verschiedenen Branchen zu nutzen. Das Depot sollte laufend kontrolliert werden, um die Zusammensetzung der wirtschaftlichen Entwicklung anzupassen. Anleger sollten neben Aktien auch über ein ausreichend hohes Liquiditätspolster verfügen, um finanziell unabhängig zu bleiben und nicht bei einem Kurseinbruch verkaufen zu müssen, rät der Bankenverband.
Für kleinere Anlagebeträge würden sich Aktienfonds anbieten, für regelmäßiges langfristiges Sparen Aktienfonds-Sparpläne oder ETF-Sparpläne.

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