Wie sich Versicherer dem Kostendruck stellen

Versicherungen von Michael Fiedler

Versicherer müssen sich dem Kostendruck stellen. Ein Weg: Prozesse verschlanken und automatisieren. Auf der Fachkonferenz „Dunkelverarbeitung und Workflowunterstützung in Versicherungen“ tauschten sich IT-Experten dazu aus.

Fotolia / XtravaganT

Die Quote der Dunkelverarbeitung im Bereich Schaden/Unfall konnte von 11,8 Prozent (2013) auf 15,3 Prozent (2014) gesteigert werden. Das geht aus der GDV-Erhebung „IT-Kennzahlen 2013-2015“ hervor.
Doch ein Grund zur Zufriedenheit besteht nicht. Die Dunkelverarbeitungsquote bei den Lebensversicherungen beträgt nur fünf Prozent (2014).

Auf der 1. Fachkonferenz „Dunkelverarbeitung und Workflowunterstützung in Versicherungen“ der Versicherungsforen Leipzig tauschten sich IT-Verantwortliche mehrerer Versicherer über den Stand der Digitalisierung aus.
Ein Fazit der Veranstaltung: Wer Prozesse optimiert, erhöht die Qualität und senkt Kosten. Doch bevor erfolgreich autommatisiert werden kann, müssten die eigenen Arbeitsabläufe und Prozesse auf den Prüfstand, so Steffen Gerull (Generali Versicherung).

Vergütungsmodelle, Tarifstände, Compliance – und alles gleichzeitig

Ob Umstellung von Vergütungssystemen durch das LVRG, die Pflege neuer Tarifstände oder die Umsetzung von Compliance-Vorschriften – in den IT-Abteilungen der Versicherer stehen viele Aufgaben gleichzeitig an.
Man müsse sich von dem Gedanken lösen, alle Aufgaben und Systeme gleichzeitig automatisieren zu wollen, so Dr. Christian Brandt (Westfälische Provinzial Versicherung) sowie Klaus Jomrich (Württembergische Versicherung) und Michael Kötzle (W + W Informatik). Ein Projekt sei auch dann erfolgreich, wenn die einzelnen Teilschritte sukzessive umgesetzt werden. Eine Abwägung von Kosten, Nutzen und Zeit sei dabei essentiell.

Tobias Berens und Thomas Voß (Grundeigentümer Versicherung) betonten, dass die Mitarbeiter den Wandel mittragen müssen und deshalb stärker mit einbezogen werden sollten. Auch Urs Zellweger (Helsana Versicherungen) und Dr. Holger Rommel (Adcubum) hoben hervor, dass neben der Systemeinführung vor allem auch die interne Organisation auf die neuen Prozesse umgestellt werden muss.

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