Verlustbringer Sparbuch: Acht Prozent Minus in zehn Jahren

| Investmentfonds von Michael Fiedler

Fotolia / M. Schuppich

Deutsche setzen nach wie vor auf das Sparbuch als sichere Geldanlage. Doch der Geldwert verringert sich durch die Inflation. Wie sich Renditen von Sparbuch, Tagesgeld und Aktien in den vergangenen zehn Jahren entwickelt haben, analysierte die DAB Bank.

Der Analyse zufolge erlitten Sparbuchanleger die zu Beginn des Jahres 2006 den Betrag von 10.000 Euro auf ihr klassisches Sparbuch eingezahlt haben, bis Ende des Jahres 2015 durchschnittlich einen realen Kaufkraftverlust von 814 Euro. Unter Berücksichtigung der Inflation betrug der reale Wert ihrer Bankeinlagen nach 10 Jahren nur noch 9.186 Euro. Denn in den vergangenen zehn Jahren war die Inflationsrate in neun Jahren höher als der Zinssatz, den Anleger durchschnittlich auf ihren Sparbüchern erhalten haben, so die DAB-Analyse.

Tagesgeld: Konditionsvergleich entscheidend

Geldanlagen auf Tagesgeldkonten waren zumindest in der Lage, die Inflation auszugleichen. Anlegern, die auf Tagesgeld setzten, verfügten – real betrachtet - nach zehn Jahren über 10.120 Euro, errechnete die DAB.
In den Jahren 2006 bis 2010 sowie 2015 war die Realverzinsung positiv, stellten die Analysten fest. Legt man den durchschnittlichen Zinssatz zugrunde, mussten Tagesgeldanleger auch viermal einen jährlichen Kaufkraftverlust hinnehmen. Im Durchschnitt würden deutsche Geldinstitute derzeit 0,1 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld zahlen. Über einen ausführlichen Vergleich lassen sich aber auch bessere Tagesgeld-Konditionen finden.

Deutsche Aktien erzielen 70 Prozent

Laut Analyse erwiesen sich deutsche Aktien als wesentlich gewinnbringendere Anlageform. Zwar bergen sie ein deutlich höheres Risikopotenzial als Sparanlagen und Tagesgeldkonten. Doch sie erzielten deutlich höhere Renditen in den letzten zehn Jahren als Sparanlagen und Tagesgeldkonten.
Zum Vergleich: Wer zu Anfang des Jahres 2006 10.000 Euro in den DAX investierte, vermehrte sein Kapital bis Ende 2015 unter Berücksichtigung der Inflation real auf 17.064 Euro. Und das trotz der Finanzkrise im Jahr 2008, als die Börsenwerte weltweit stark zurückgingen.
Der aktuelle heftige Kursrückgang an den weltweiten Aktienmärkten zeigt aber, dass Aktionäre gute Nerven brauchen. So notiert der DAX aktuell um rund 10 Prozent niedriger als noch zu Jahresanfang. Prinzipiell sollten Anleger ihr Vermögen daher breit streuen, rät die DAB-Bank.

Die Berechnungen wurden aufgrund von Zahlen des Statistischen Bundesamts (Inflationsrate) sowie der FMH Finanzberatung (Sparbuch-/Tagesgeldzinsen) durchgeführt.

Tippen Sie als Einzelspieler oder mit Ihren Kollegen im Team und gewinnen Sie tolle Preise

Dirk Müller, Börsenmakler, Fachautor und Fondsmanager, mit seinem Blick auf 2016 und warum er den Wirtschaftsdaten aus China nicht traut

Platzt so der bAV-Knoten?

Branchengezwitscher

Facebook

Kranke(n)Versicherung? Der Niedrigzins breitet sich virusartig von den Lebensversicherern nun vermehrt auf die privaten Krankenversicherer aus. Doch wie steht's wirklich um die Branche und einzelne Anbieter?

Die procontra-App für Ihr Smartphone