Telematik-Tarif der Allianz kommt im Frühjahr

| Versicherungen | Top News von Stefan Terliesner

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Zunächst nur für junge Autofahrer. Beitragsrabatt bei „sicherheitsbewusster“ Fahrweise auf den typischen Strecken des Kunden.

Der Versicherer Allianz bringt im zweiten Quartal 2016 in der Kfz-Sparte einen Telematik-Tarif auf den Markt. „Wir planen die Einführung zunächst nur für junge Leute“, sagte Pressesprecherin Charlotte Gerling auf Anfrage. Und weiter: „Wir sind der Meinung, dass die deutschen Autofahrer einen Telematik-Tarif annehmen werden, sofern er die Datensicherheit der Kunden sicherstellt und deutliche Vorteile für die Zielgruppe bringt.“ Diese Vorteile seien: Durch sicherheitsbewusstes Fahren Geld sparen und gleichzeitig die Sicherheit auf den Straßen erhöhen. Mit dem Telematik-Tarif leiste der Versicherer einen Beitrag zur Verkehrssicherheit, gerade für junge Autofahrer.

Fahrer kann Datenlieferung ausschalten

Zum viel beachteten Aspekt der Datensicherheit sagte die Sprecherin: „Die Daten gehören dem Kunden und er hat auch aktiv die Möglichkeit, für kurze Zeit die Datenlieferung zu unterdrücken. Bei unserem Produkt wird der Kunde in allen Belangen die Datenhoheit behalten. Wir benutzen die Daten nur zur Bewertung der Fahrweise. Sie sind die Grundlage zur Berechnung des Bonus. Die Rohdaten – zum Beispiel Lokationsdaten pro Sekunde – werden nicht gespeichert.“

Die aggregierten Daten über die Fahrweise des Kunden wird der Versicherer ihren Angaben zufolge für den Zeitraum der Vertragsdauer speichern. Gemessen werde Geschwindigkeit, Bremsverhalten, Beschleunigen und Kurvenfahren. Dabei werde die Allianz nicht jeden einzelnen Bremsvorgang bewerten, sondern sich das gesamte Fahrverhalten auf den typischen Fahrstrecken der Kunden anschauen. Das bedeute, wenn ein Kunde zum Beispiel für einen über die Straße laufenden Hund stark bremst, brauche er keine Angst zu haben, dass ihm das als aggressives Fahrverhalten negativ ausgelegt wird.

Andere Anbieter sind vorgeprescht

Kritiker von Telematik-Tarifen werfen den Versicherern vor, mit einer zunehmend individuelleren Tarifierung, den Solidargedanken einer Versicherung auszuhöhlen. Dazu sagte die Allianz-Sprecherin: „Mit Blick auf die begrenzte Zielgruppe der Telematik-Tarife sehen wir derzeit hier keine wesentlichen Auswirkungen auf das Versicherungskollektiv.“ Bereits seit Ende September 2015 ist VHV mit dem Telematik-Tarif „Garant“ auf dem Markt. Die Daten liefert eine Box im Auto. Im Dezember brachte AXA die erste Telematik-App auf den Markt. Das Angebot „DriveCheck“ richtet sich an Fahranfänger. Mehrere andere Gesellschaften testen aktuell Telematik-Tarife.

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