Opting-out löst Grundprobleme der bAV nicht

Berater von Michael Fiedler

Betriebliche Altersversorgung: Vorsorgelösungen müssen sich mehr am individuellen Bedarf des Mitarbeiters orientieren und stärker finanziell gefördert werden, so das Fazit der Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2016“.

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Warum stagniert die Entwicklung der betrieblichen Altersvorsorge? Die für die Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2016“ befragten bAV-Verantwortlichen sehen in den geringen Finanzreserven der Mitarbeiter den Hauptgrund für das geringe Interesse an der Entgeltumwandlung.
„Die Ergebnisse zeigen, dass gerade für Personen mit geringerem Einkommen neue Anreize zum Erwerb von bAV-Ansprüchen gesetzt werden müssen, denn gerade sie sind stärker von Altersarmut bedroht und dringend auf ein zusätzliches Einkommen im Alter neben der gesetzlichen Rente angewiesen“, erklärt Michael Stille, Vorstandsmitglied bei den Generali Versicherungen.

bAV braucht bessere Förderung

Nach Ansicht der Befragten lässt sich über höhere finanzielle Förderung eine bessere Marktdurchdringung erreichen.
So setzt sich der Trend der Vorjahre fort, dass mittelständische Arbeitgeber die Vorsorge ihrer Mitarbeiter finanziell unterstützen, wenn diese einen eigenen Beitrag aus dem Entgelt leisten. Betriebsrentenmodelle auf der Basis einer gemischten Finanzierung aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen verzeichneten 2015 Zuwächse, wie schon in den vorangegangenen Jahren. Gegenwärtig bieten 71 Prozent der Mittelständler solche Modelle an.

Opting-out löst Grundprobleme der bAV nicht

Der Studie zufolge, habe Arbeitgeber ihr Angebot in Sachen bAV ausgebaut. In allen befragten Unternehmen findet Entgeltumwandlung statt.
Einen leichten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen rein arbeitgeberfinanzierte Betriebsrenten. Gerade mitarbeiterstarke Betriebe weisen mit aktuell 45 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil bei den rein arbeitgeberfinanzierten bAV-Modellen auf. Insgesamt hält jeder Betrieb im Schnitt aktuell 1,5 bAV-Planvarianten über alle Finanzierungsvarianten hinweg bereit. Die Arbeitgeber setzen bAV-Pläne mit einem eigenen finanziellen Anteil weiterhin als wichtiges HR-Instrument ein, um Mitarbeiter zu halten und neue Fachkräfte zu gewinnen.

Kritik üben die bAV-Verantwortlichen an der Belastung durch umfangreiche neue Vorschriften und Regelungen, die die Ausbreitung der bAV hemmen. Nur jeder dritte bAV-Verantwortliche sieht in der gesetzlichen Haftung der Arbeitgeber ein Hindernis für die bAV. Eine weitgehende Enthaftung der Arbeitgeber, wie sie derzeit in Fachkreisen diskutiert wird, beseitigt also nicht die Hemmnisse für die bAV und sorgt eher für Verunsicherung. Ähnlich kritisch gehen die bAV-Verantwortlichen mit der Frage nach einem obligatorischen Opting-out um, denn auch ein solche Verpflichtung löst das Grundproblem der bAV nicht.

Zur Studie

Die Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2016“ wurde von Generali Versicherungen und F.A.Z.-Institut herausgeben. Seit 2011 veröffentlichen beide Partner die Studienreihe, die auf einer jährlichen, repräsentativen forsa-Umfrage unter 200 bAV-Verantwortlichen in deutschen mittelständischen Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern basiert.

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