Investmentbesteuerung: Gesetzentwurf gebilligt

Investmentfonds Top News von Michael Fiedler

Reform der Investmentbesteuerung: Das Bundeskabinett hat dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zugestimmt. Der deutsche Fondsverband BVI begrüßte Änderungen gegenüber dem Referentenentwurf und mahnte gleichzeitig Nachbesserungen an.

Vertritt die Investmentsteuerreform: Dr. Wolfgang Schäuble © Bundesministerium der Finanzen, Foto: Ilja C. Hendel

Der Gesetzentwurf (PDF) sieht vor, das Besteuerungssystem für Publikums-Investmentfonds grundlegend zu reformieren. Laut Entwurf brauchen Anleger für ihre Steuererklärung zukünftig nur noch vier Angaben (statt bisher bis zu 33 Besteuerungsgrundlagen):

  1. Höhe der Ausschüttung
  2. Wert des Fondsanteils am Jahresanfang
  3. Wert des Fondsanteils am Jahreende
  4. Handelt es sich um einen Aktienfonds, einen Mischfonds, einen Immobilienfonds oder um einen sonstigen Fonds?

Erstmals sollen auch bei inländischen Publikums-Investmentfonds die aus deutschen Einkunftsquellen stammenden Dividenden und Immobilienerträge auf Fondsebene besteuert werden. Alle anderen Ertragsarten (z.B. Zinsen, Gewinne aus der Veräußerung von Aktien und anderen Wertpapieren, Erträge aus Termingeschäften) sollen auf Fondsebene weiterhin steuerfrei bleiben.
Wie bereits im Referentenentwurf vorgesehen, sollen ab 2018 inländische Publikumsfonds mit Steuern in Höhe von 15 Prozent auf deutsche Dividenden, deutsche Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien belastet werden.
Zum Ausgleich für die steuerliche Vorbelastung des Fonds sollen Ausschüttungen aus dem Fonds und Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen beim Anleger teilweise steuerfrei gestellt werden, so der BVI, der sich frühzeitig im Gesetzgebungsprozess für ausreichende Teilfreistellungen eingesetzt hatte.
Diese Teilfreistellungen betragen für Privatanleger in Aktienfonds 30 Prozent und in Immobilienfonds generell 60 Prozent oder 80 Prozent, wenn der Investitionsschwerpunkt im Ausland liegt.

Wie bisher bleiben Investmenterträge steuerfrei, wenn die Investmentanteile im Rahmen von zertifizierten Altersvorsorgeverträgen (private Riester-Renten) oder Basisrentenverträgen (sog. Rürup-Renten) gehalten werden oder wenn die Erträge gemeinnützigen Anlegern zufließen.

Seite 1: Besteuerung bei inländischen Publikums-Investmentfonds
Seite 2: Teilfreistellungen auch für Misch- und Dachfonds
Seite 3: Umsatzsteuerfreie Verwaltung für geschlossene Fonds
Seite 4: BVI: Privatanleger nicht schlechter stellen

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