IDD: Interessenkonflikt durch Provisionen muss gelöst werden

Berater von Michael Fiedler

Der Bund der Versicherten e.V. (BdV) fordert die Regierung auf, bei der Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) den Verbraucherschutz weiter zu stärken.

Fotolia / Zerbor

Die Regelungen der IDD gehen Axel Kleinlein und dem BdV nicht weit genug. Vor allem rund um das Thema Provisionen und Honorarberatung sieht Kleinlein Handlungsbedarf. Der durch Provisionen entstandene Interessenkonflikt müsse aufgelöst werden, sagte der Vorstandsprecher des BdV. Es gelte zu verhindern, dass hohe Provisionen zu Fehlanreizen in der Vermittlung führen.

Der Verband begrüßte es, dass sämtliche Vertragskosten als Gesamtsumme genannt werden müssen. Als nachteilig bezeichnete der BdV allerdings, dass zwar die Art der Vergütung angegeben werden muss (Provision, Courtage, Honorar o. a.), nicht aber die Höhe der Kosten. Bei Lebens- und Rentenversicherungen muss die Höhe der Kosten auf Nachfrage mitgeteilt werden. Kleinlein geht das nicht weit genug: „Für viele Vertragsarten bleibt es für den Verbraucher also intransparent wie eh und je“, kritisierte er.

Ehrlichere Zeiten im Vertrieb

Insgesamt sieht der BdV die IDD allerdings positiv. Denn die neue Richtlinie erfasst nicht nur Vertreter und Makler, sondern auch Direktversicherungen oder auch Online-Portale, über die Versicherungsverträge verkauft werden.
Kleinlein dazu: „[…] bei jedem Verkaufsgespräch oder jeder Beratung ist eine umfangreiche Bedarfsermittlung gefordert.“
Nach Auffassung von Axel Kleinlein werden es für den Vertrieb von Versicherungen „ehrlichere Zeiten“.

Bei der Umsetzung in nationales Recht ist das Bundeswirtschaftsministerium federführend. Doch ein wichtiger Teil – etwa die Definition von „Interessenkonflikt“ und Regeln anhand derer beurteilt werden kann, ob ein solcher Konflikt vorliegt oder nicht – wird nicht in Berlin, sondern Brüssel erarbeitet (procontra berichtete: IDD unterzeichnet).

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare