BaFin: „Was die Versicherer bisher getan haben, reicht nicht aus“

Versicherungen von Michael Fiedler

Die BaFin fordert mehr Engagement bei der Umsetzung des LVRG. Die Abschlusskosten seien nur in Einzelfällen gesenkt worden.

Dr. Frank Grund, seit Oktober 2015 Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht bei der BaFin. Bild: Ute Grabowsky / photothek.net / BaFin

Seit 06.08.2014 ist das LVRG nun in Kraft. GDV-Präsident Alexander Erdland sprach damals von einigen Kröten, die die Versicherer schlucken müssten: Die erforderlichen Umstellungen würden einen gewaltigen technischen und finanziellen Kraftakt darstellen.
So blieben den Versicherern für die Anpassung von Höchstzillmersatz und Garantiezins für Neuverträge sowie für die Einführung der Rendite-Kennziffer gerademal sechs Monate Zeit.

Im Mai 2015 stellte eine Untersuchung fest, dass die Abschlussprovisionen im Bereich Lebensversicherung nicht wie vorgesehen gesunken waren – bis auf wenige Ausnahmen (procontra berichtete: LVRG: Das bekommen Vermittler).

Nun legte die Versicherungsaufsicht nach: „Was die Versicherer bisher getan haben, reicht nicht aus“, sagte Dr. Frank Grund, seit Oktober 2015 Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht bei der BaFin, auf dem Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung.
Zwar sei die Botschaft, dass Abschlusskosten gesenkt werden müssen, angekommen. Doch eine Absenkung habe nur in Einzelfällen stattgefunden.
Einer der ersten Versicherer, der seine Abschlusskosten reduzierte, war die Stuttgarter. Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit verzeichnete zwar sinkende Umsätze, glaubt aber, mit der Absenkung die richtige Wahl getroffen zu haben. „Diese unpopuläre Entscheidung wird uns in den nächsten 15 Jahren weiterbringen. […] Vielleicht haben wir dann fünf Prozent weniger Umsatz oder nicht die Steigerungsraten wie vor drei Jahren . Aber das können wir aushalten und langfristig planen. Wir sind Aktionären keine Rechenschaft schuldig“, sagte Klaus-Peter Klapper, Leiter Produkt- und Vertriebsmarketing der Stuttgarter gegenüber procontra.

Das Interview mit Klaus-Peter Klapper lesen Sie in der neuen procontra!

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