10 Prozent Stornoreserve reichen nicht

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10 Prozent Stornoreserve reichen meist nicht aus, um das Risiko adäquat abzusichern, findet Fachanwalt Stephan Michaelis. Im Gastbeitrag erklärt er, warum.

Die langen Provisionshaftungszeiten an sich können einen kleineren Versicherungsmakler durchaus ruinieren, obwohl er auf den Fortbestand der Versicherungsbeträge selbst keinen Einfluss hat. In den nächsten Jahren nach einem Vertragsschluss kann immer viel passieren, worauf der Berater keinen Einfluss hat. Eine Stornierung des Versicherungsvertrages führt dann zu einer Courtagebelastung, die nicht im Einflussbereich des Versicherungsmaklers als Berater liegt. Gerade auch bei der Platzierung von bAV-Geschäft kann es auch bei der Insolvenz eines Arbeitgebers zu einem „Großschaden“ führen, wenn das gesamte Belegschaftsgeschäft storniert wird, wofür der Versicherungsmakler bereits Vorschüsse erhalten hatte.

Ebenso ärgerlich ist es, wenn von einem Kooperationspartner, Handelsvertreter oder Untervermittler das vermittelte Geschäft storniert wird, aber der Untervermittler nicht rückzahlungsfähig ist. Denn die Courtage wurde vom Versicherer an den Makler ausgezahlt, der zunächst mit den Vertragsstornierungen in voller Höhe belastet wird. Die Marge, die der Makler aus diesem „Fremdgeschäft“ für sich beanspruchen kann, ist in der Regel ein Bruchteil der Gesamtvergütung. Ein erheblicher Teil der Courtage wird also an den Untervermittler weiter geleitet. Natürlich besteht im Falle einer Stornierung auch ein Rückzahlungsanspruch gegenüber den Untervermittler. Häufig entsteht dann aber schon Streit über die Frage, ob der Untervermittler auch tatsächlich eine Stornogefahrmitteilung erhalten hatte oder theoretische Möglichkeiten gehabt hätte, die Vertragsstornierung abzuwenden. Fällt nun aus wirtschaftlichen Gründen (z. B. der Insolvenz eines Untervermittlers) der Rückzahlungsanspruch auf den vom Makler ausgekehrten Provisionsvorschuss aus, so hat der Makler einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.

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