Zusatzbeiträge steigen – Finanzierung umstritten

| Versicherungen von Michael Fiedler

Der Anstieg der Zusatzbeiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen befeuert die Diskussion um deren Finanzierung. So sprach sich Bundessozialministerin Andrea Nahles für eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Beiträge aus.

2016 steigen die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen. Einer Erhebung des Portals Krankenkasse.net zufolge, betrifft die Erhöhung 82,8 Prozent aller Kassenmitglieder.
Bei den fünf mitgliederstärksten Krankenkassen (Techniker, Barmer GEK, DAK, AOK Bayern, AOK Baden-Württemberg) wird der Zusatzbeitrag zwischen 1,0 (TK, AOK Ba-Wü) und 1,5 Prozent (DAK) betragen. Das entspricht einer Änderung um 0,1 (AOK Ba-WÜ) bzw. 0,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Nur bei der DAK beträgt der Unterschied 0,6 Prozentpunkte. Damit beläuft sich der Beitrag bei der DAK künftig auf 16,10 Prozent.

Insgesamt haben 80 von 118 ihre Zusatzbeiträge im neuen Jahr erhöht. Einzig die Metzinger BKK verzichtet komplett auf die Erhebung von Zusatzbeiträgen und verlangt 2016 einen Basissatz in Höhe von 14,60 Prozent. Die teuerste Krankenkasse: VIACTIV mit 16,30 Prozent.

Worauf beim Sonderkündigungsrecht zu achten ist

Besteht die Mitgliedschaft seit mindestens 18 Monaten, gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende. Ein Sonderkündigungsrecht gilt, wenn die Kasse Beiträge erhöht hat. Mitglieder, die ihre Kasse wegen der gestiegenen Beiträge wechseln wollen, müssen grundsätzlich bis zum 31. Januar kündigen. Dieser Termin fällt allerdings auf einen Sonntag, weshalb sich die Frist bis zum 01. Februar verschiebt. Ein Kassenwechsel dauert im Regelfall zwei Monate. Wer also im Januar kündigt, ist im April Mitglied einer anderen Kasse – bis dahin müssen die Zusatzbeiträge der alten Kasse gezahlt werden.

Steuerfinanzierung für beitragsfreie Mitversicherung?

Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) sprach sich angesichts der einseitigen Belastung der Arbeitnehmer für eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassenbeiträge aus. Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), schlug in der Samstag-Ausgabe der „Passauer Neune Presse“ vor, gesamtgesellschaftliche Aufgaben der Krankenversicherung aus Steuern zu finanzieren. Das gelte vor allem für die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern und Kindern, sagte er.

Übersicht der Zusatzbeitragssätze der Krankenkassen im Internet

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