Sind künftige Rentner (steuerlich) die Dummen?

Versicherungen Top News von Robert Krüger Kassissa

Die Gebrüder Siepe haben im Auftrag der Vers Versicherungsberater Gesellschaft eine Studie zur Rentenbesteuerung erstellt. Welcher Sprengstoff für Neurentner darin enthalten ist und warum die Politik gefordert ist.

Foto: © GordonGrand/Fotolia

Studienautoren sind Günter Siepe (Dipl.-Kaufmann und Steuerberater) und Werner Siepe (Finanzmathematiker und Fachbuchautor). Eigentlich sollten Rentner vor einer sogenannten Doppelbesteuerung geschützt sein. Denn die aus dem versteuertem Einkommen gezahlten Rentenbeiträge sollen ab Rentenbeginn nicht nochmal besteuert werden. So will es auch das Bundesverfassungsgericht und hat dies 2002 klargestellt.   

Doch die Studie kommt mit entsprechenden Berechnungen zu anderen Schlüssen:
 
„Die These im Abschlussbericht der Rürup-Kommission, dass eine Zweifachbesteuerung bei Arbeitnehmern mit 45 Pflichtbeitragsjahren nur bei Rentenbeginn in 2039 bis 2042 auftritt, trifft nicht zu. Tatsächlich beginnt die Zweifachbesteuerung spätestens bei Neurentnern in 2019, also immerhin 20 Jahre früher, und hört erst beim Rentenbeginn in 2069 wieder auf. Zu de facto identischen Ergebnissen kam Franz Ruland, von 1992 bis 2005 Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) und von 2009 bis 2013 Vorsitzender im Sozialbeirat der Bundesregierung, im Jahr 2004.“

Bestehende Öffnungsklausel ergänzen

Um die Doppelbesteuerung wieder aufzuheben, muss aber nach Ansicht der Studienautoren das Alterseinkünftegesetz nicht grundsätzlich reformiert werden, es reiche eine Günstigerprüfung bei der gegenwärtigen Rentenbesteuerung mit einer zusätzlichen Öffnungsklausel im Alterseinkünftegesetz. „In diesem Fall würde die gesetzliche Rente zum weitaus größeren Teil nachgelagert besteuert wie bisher und zum kleineren Teil nur mit dem Ertragsanteil“, so heißt es in der Siepe-Studie.

Es sei daher geboten, die bereits für Altfälle bestehende Öffnungsklausel nach § 22
Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb Satz 2 um eine für Neufälle geltende Öffnungsklausel in Doppelbuchst. bb Satz 3 zu ergänzen.

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