Rürup-Rente wollte nie „eierlegende Wollmilchsau“ sein

| Versicherungen von Ingo H. Lorenz

Foto: Ingo H. Lorenz, Versicherungsmakler aus Hannover

Nach der Riester-Rente steht nun die Rürup-Rente unberechtigt im Kreuzfeuer der Kritik so die Meinung einiger Makler. Ein Plädoyer für die Rürup-Rente vom Hannoveraner Versicherungsmakler Ingo H. Lorenz, Experte für betriebliche Versorgungsmodelle und Demografiemanagement.

Über mögliche Kritikpunkte an der Rürup-Rente hat procontra bereits berichtet. Der Hannoveraner Versicherungsmakler Ingo H. Lorenz vertritt wie zahlreiche Branchenkollegen eine andere Position zu den Ausführungen von Finanzberater Uwe Redler in der Zeitschrift „Capital“ mit der Überschrift: „7 Gründe gegen die Rürup-Rente“.

Da ist er also wieder - rechtzeitig vor Weihnachten - der Wunsch nach der „eierlegenden Wollmilchsau“ für alle Lebenslagen und Zielgruppen.

Gehen wir doch einmal gemeinsam ins Detail:

Der Selbständige: In der Zielgruppe der Selbständigen und Freiberufler ist die Basisrente u. a. deshalb zu Recht sehr beliebt, weil sie es dem Unternehmer ermöglicht, neben überschaubaren regelmäßigen mtl. Zahlungen (die jeder Unternehmer in seinem Geschäftsplan einkalkuliert haben sollte ...) dann in Abhängigkeit vom zu erwartenden steuerlichen Ergebnis und der Liquidität entsprechend sinnvolle Zuzahlungen zu leisten. Dies i. d. R. mit dem Ziel, eine lebenslange Rente analog zur DRV-Rente (beide 1. Schicht) zu erzielen - und mit den identischen Nachteilen ... oder eben mit der einzigen Möglichkeit für „nicht bAV-taugliche“ Unternehmer, die Beiträge für die existenziell wichtige Arbeitskraftabsicherung steuerlich gefördert zu bekommen.

Last but not least: die Rürup-Rente ist eine von zahlreichen Möglichkeiten für eine finanziell gesicherte Zukunft vorzusorgen - und auch alle anderen Möglichkeiten stellen (leider) nicht die „Eierlegende Wollmilchsau“ (hohe Rendite, maximale Sicherheit, steuerlich gefördert, täglich verfügbar, lebenslange Rente, kapitalisier- und beleihbar, übertragbar, etc. - und das alles in einem Produkt) dar.

Die Kosten: Neben der Möglichkeit, entsprechende Rabatte durch den Vermittler in das Angebot zu kalkulieren, besteht auf Kundenwunsch die Option, Nettotarife, bzw. Vermittlung gegen Gebühr z. B. über einen Versicherungsmakler zu wählen. Diese Grundsatzdiskussion, was denn für den Kunden „besser“ ist, wird dieser mit seinem Vermittler führen - dazu sind weder Politik noch die selbsternannten oder beauftragten Gralshüter der einen oder anderen Position notwendig.

Die Garantie: Eigentlich ein großer Nachteil der Rürup-Rente. Denn - anders als bei der Riester-Rente oder z. B. der Direktversicherung im Rahmen der Entgeltumwandlung - hat der Gesetzgeber bei der Rürup-Rente nicht vorgeschrieben, dass später für die Rente zumindest die eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen müssen. Auch wenn Sie - was seit 2010 Pflicht ist - einen „zertifizierten“ Rürup-Renten-Vertrag angeboten bekommen, ist damit nicht per se eine Beitragsgarantie verbunden. Definitiver Vorteil ggü. der DRV-Rente ist z. B. die Rentengarantiezeit der Basisrente! Als Hinterbliebenenvorsorge sind beide nur bedingt geeignet - hier ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll und bedarfsgerecht - vor allem dann, wenn betriebliche Verbindlichkeiten oder eine Immobilienfinanzierung abzusichern ist. Dennoch - kein Minuspunkt, denn viele Anbieter von Rürup-Renten-Verträgen geben eine Beitragsgarantie. Dies gilt zum Teil auch für die Anbieter von Fondsparplänen. Der sachkundige Vermittler wird hier eine entsprechende Lösung empfehlen und dies auch dokumentieren - wenn, ja wenn der Kunde Wert auf eine solche Garantie legt.

Seite 1: Zielgruppe, Garantie und Kosten
Seite 2: Flexibilität, Steuervorteile und Angebotsvielfalt

Tippen Sie als Einzelspieler oder mit Ihren Kollegen im Team und gewinnen Sie tolle Preise

Dirk Müller, Börsenmakler, Fachautor und Fondsmanager, mit seinem Blick auf 2016 und warum er den Wirtschaftsdaten aus China nicht traut

Platzt so der bAV-Knoten?

Branchengezwitscher

Facebook

Kranke(n)Versicherung? Der Niedrigzins breitet sich virusartig von den Lebensversicherern nun vermehrt auf die privaten Krankenversicherer aus. Doch wie steht's wirklich um die Branche und einzelne Anbieter?

Die procontra-App für Ihr Smartphone