Räum- und Streupflicht: Worauf Sie achten müssen

Panorama von Michael Fiedler

Eigentum verpflichtet. Bei Schnee und Eis wird Haus- und Grundstücksbesitzern diese Pflicht mitunter zur Last. Worauf zu achten ist, wer haftet und welche Versicherung im Schadensfall zur Seite steht.

Bild: Fotolia/Kathrin39

Eigentümer haben auf ihrem Grundstück und angrenzenden Straßen und Wegen die Verkehrssicherungspflicht inne. Bei Schneefall bedeutet das: Räumen und Streuen ist Pflicht! Und zu jeder Pflicht gehören auch Durchführungsregeln. So müssen Gehwege werktags von 7.00 – 20.00 beräumt sein. Bei nicht nachlassendem Schneefall also mehrmals am Tag. Ausnahmen gibt es auch:

  • Ist dem Eigentümer nämlich bekannt, dass Wege und Grundstücke, für die er zuständig ist, vor 7.00 Uhr betreten werden, muss auch früher geräumt werden.
  • Bildet sich Glatteis, muss sofort gestreut werden.
  • An Sonn- und Feiertagen beginnt die Räumpflicht zumeist 8.00 Uhr.
  • Haftung kann nicht durch das Aufstellen von Warnschildern („Vorsicht, Dachlawinen.“) ausgeschlossen werden. Ist ein solches Schild aber vorhanden, wird es bei der Beurteilung von einer eventuellen Mitschuld des Geschädigten berücksichtigt.
  • Die Verkehrssicherungspflicht gilt auch für die Zufahrten von Tiefgaragen.
  • Wer ein Eckgrundstück sein Eigen nennt, muss alle angrenzenden Wege und Straßen räumen.
  • Die Verkehrssicherungspflicht schließt auch Dächer und die Beseitigung von Eiszapfen ein.

 

Wer braucht welchen Versicherungsschutz?

Mieter, die zum Winterdienst verpflichtet sind, sollten unbedingt eine Private Haftpflichtversicherung haben. Verunfallt beispielsweise ein Passant auf einer nicht-beräumten Fläche, sind u.U. Schadenersatzforderungen und Schmerzensgeld zu leisten.
Bei Eigentümern reicht eine Private Haftpflichtversicherung nur dann aus, wenn sie selbst auf dem Grundstück wohnen.
Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ist Eigentümern von Mietshäusern bzw. nicht selbst bewohnten Immobilien dringend anzuraten.

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