„Korrelation zu China wird sich reduzieren“

| Investmentfonds | Top News von Matthias Hundt

Frank Hansen - Fondsmanager des Allianz Nebenwerte Deutschland

Frank Hansen managt mit dem Allianz Nebenwerte Deutschland einen der besten Fonds seiner Peergroup. Im Investmenttalk schätzt er das Risiko aus China für deutsche Aktien ein und erklärt, warum Nebenwerte weniger schwanken als der DAX.

procontra: Deutsche Nebenwerte sind mittlerweile weniger volatil als Standardwerte. Wie erklären Sie sich diesen Wandel?  

Frank Hansen: Nebenwerte haben sich in den letzten Jahren als strategische Anlageklasse etabliert. Das lag vor allem in der Weiterentwicklung der Unternehmen bezüglich Berichterstattung, Qualität des Managements etc. und nicht zuletzt in der herausragenden Performance des Segments. Die niedrigere Volatilität resultiert aus der Tatsache, dass in Krisensituationen, die meist nur kurzfristig auf den Aktienmarkt wirken, Anleger ihre Risiko-Adjustierungen in den liquideren Titeln umsetzen.  

procontra: Das heißt, sie handeln vorzugsweise im DAX?!  

Hansen: Genau. Das spricht dafür, dass der Dax auch weiterhin volatiler bleiben wird. Die Nebenwerte haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten besser entwickelt als die großen Werte, wobei eine bessere Gewinnentwicklung einer der Hauptreiber war. Dieser Faktor, der auch 2015 dominant war, stimmt uns zuversichtlich, dass auch 2016 eine gute relative Wertentwicklung für Nebenwerte zu erwarten ist.   procontra: Mit welcher Strategie gelang Ihnen in den vergangenen drei Jahren eine Rendite von 71 Prozent? Hansen: Bei der Portfolio-Konstruktion steht die Einzeltitelauswahl im Vordergrund. Wir legen hier einen deutlichen Schwerpunkt auf Qualitätsaktien. Dies sind Aktien von Unternehmen, die insbesondere mittelfristig stabile Gewinnentwicklungen aufweisen. Diese Charakteristika finden wir zum Beispiel bei Softwaretiteln. Bei Industrietiteln, die nur wenige eigene Stärken vorweisen können und wesentlich vom Konjunkturzyklus abhängen, sind wir hingegen zurückhaltend.  

Fonds-Fakten 

FondsKAGVol. in €Rendite in %Max. Wertverlust in %Volatilität in%TER in %
20153_Jahre3 Jahre3 Jahre
Allianz Nebenwerte Deutschland - AAllianz GI745 Mio.19,771,3-9,214,31,80
Peergroup17,554,3-10,911,82,25
Quelle: Lipper-Stand 31.12.2015

 

procontra: Welche Erwartungen haben Sie für deutsche Aktien? Und wie richten Sie Ihr Portfolio danach aus?

Hansen: Positive Treiber für den deutschen Aktienmarkt bleiben die viel zu niedrigen Zinsen und Energiepreise. Zusätzlich sind wir positiv für das europäische Wirtschaftswachstum gestimmt. Insofern erwarten wir überdurchschnittliche Chancen im Konsumbereich. Online-Handel und Medien-Aktien bieten hierbei gute Kurschancen, aber auch der eine oder andere Autozulieferer dürfte 2016 interessant sein. Bei den Immobilienaktien gibt es einen Nachholbedarf für Gesellschaften, die in Büroimmobilien investiert sind. Software-Aktien bleiben auch 2016 ein Schwerpunkt des Portfolios. Darüber hinaus erwarten wir für das laufende Jahr einen positiven Einfluss von Unternehmensübernahmen auf die Nebenwerte. Im gegenwärtigen Umfeld, das von niedrigen Zinsen, geringem Wachstum und starken Unternehmensbilanzen geprägt ist, dürfte die M&A-Tätigkeiten (Anm. d. Red: Fusionen & Übernahmen) zunehmen. Risiken sehen wir hingegen bei Gesellschaften, deren Wachstum in den letzten Jahren wesentlich vom chinesischen Markt stammte.

Seite 1: Die Treiber für den deutschen Aktienmarkt
Seite 2: Welche Risiken zu beachten sind und warum Chinas Einfluss schwinden wird

Tippen Sie als Einzelspieler oder mit Ihren Kollegen im Team und gewinnen Sie tolle Preise

Dirk Müller, Börsenmakler, Fachautor und Fondsmanager, mit seinem Blick auf 2016 und warum er den Wirtschaftsdaten aus China nicht traut

Platzt so der bAV-Knoten?

Branchengezwitscher

Facebook

Kranke(n)Versicherung? Der Niedrigzins breitet sich virusartig von den Lebensversicherern nun vermehrt auf die privaten Krankenversicherer aus. Doch wie steht's wirklich um die Branche und einzelne Anbieter?

Die procontra-App für Ihr Smartphone