IDD: Die 5 wichtigsten Fakten für Vermittler

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Kathrin Pagel, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Versicherungsrecht Partnerin in der Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte

Wann die IDD nun veröffentlicht wird, welche Ziele sie verfolgt und wie die konkrete Ausgestaltung aussieht.

Im nun vergangenen Jahr 2015 hat das Europäische Parlament am 24.11.2015 die lange erwartete Versicherungsvertriebsrichtlinie, Directive on Insurance Distribution (IDD), noch rechtzeitig zum Jahresende verabschiedet. Aktuell muss der EU-Rat noch zustimmen, danach wird die IDD voraussichtlich im Januar/Februar veröffentlicht.

Die IDD ersetzt die Versicherungsvermittlerrichtlinie von 2002. Die Änderungen waren aus Gründen der Klarheit und Harmonisierung notwendig geworden. Anders als diese soll die IDD nun die gesamte Vertriebskette regeln. Es sollen demnach alle Vertreiber von Versicherungsverträgen einbezogen werden, dazu gehören auch der Direktvertrieb und Angestellte von Versicherungsunternehmen. Die vermittlerspezifischen Regelungen der GewO und des VVG müssen künftig damit nicht mehr nur Makler und gebundene Vermittler erfassen, sondern auf den gesamten Vertrieb angepasst werden. Wegen dieses Geltungsbereiches wurde sie in Versicherungsvertriebsrichtlinie umbenannt.

Die IDD soll eine stabile und europaweit einheitliche Basis für einen fairen Versicherungsvertrieb schaffen. Inhalt der IDD sind Regelungen für eine höhere Transparenz, Information und neue Regeln für die Weiterbildung der Versicherungsvermittler.

Die IDD gilt für alle Unternehmen, die Versicherungen verkaufen, so also auch für Autohäuser und Reisebüros. Nach der Zustimmung im Europarat müssen alle Mitgliedsstaaten die Richtlinie innerhalb von 24 Monaten umsetzen, voraussichtlich also bis zum Jahresanfang 2018.
Die neue IDD gilt hingegen nicht, wenn die Versicherung als Nebendienstleistung bei der Veräußerung eines anderen Produkts vermittelt wird und die Prämie 600 Euro jährlich – bei Verträgen von bis zu drei Monaten 200 Euro – nicht überschreitet. Dies kann unter anderem Reiserücktrittsversicherungen betreffen. Allerdings müssen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass wesentliche Anforderungen der IDD auch bei nicht erfassten Vermittlungsgeschäften eingehalten werden.

Die wichtigsten Fakten der IDD

Seite 1: Veröffentlichung der IDD und Inkrafttreten
Seite 2: Kein Provisionsverbot
Seite 3: Interessenskonflikte und Transparenz
Seite 4: Informations- und Wohlverhaltenspflichten
Seite 5: Weiterbildungspflicht
Seite 6: Produktinformationsblatt für Nichtlebensversicherungsprodukte

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