EU-Vermittlerrichtlinie (IDD) unterzeichnet

| Versicherungen | Top News von Michael Fiedler

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Anhand welcher Kriterien soll zukünftig beurteilt werden, ob Vorgaben der IDD eingehalten werden? Wie ist konkret mit Interessenkonflikten bei der Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten umzugehen? Auf diese Fragen muss nun die EU-Kommission offiziell Antworten erarbeiten. Denn am Mittwoch unterzeichneten Europaparlament und EU-Rat die europäische Vermittlerrichtlinie (IDD).

Im November verabschiedete das Europäische Parlament die Insurance Distribution Directive (IDD, Vermittlerrichtlinie). Am Mittwoch folgte der nächste Schritt in Richtung Umsetzung: Parlament und EU-Rat unterzeichneten die Richtlinie. Die EU-Mitgliedsstaaten haben nun zwei Jahre Zeit, die Regelungen in nationales Recht umzusetzen.

Gleichzeitig muss die EU-Kommission mittels delegierter Rechtsakte den Richtlinientext konkretisieren. Dass die vom europäischen Gesetzgeber getroffenen grundsätzlichen Vorgaben der Richtlinie durch die Konkretisierung keine Änderungen oder Einschränkungen erfahren, ist aus Sicht des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entscheidend: „Für den deutschen Markt besonders relevant sind die Vorgaben für den provisionsbasierten Vertrieb. So lässt die IDD Provisionszahlungen im Vertrieb für Versicherungsanlageprodukte – beispielsweise kapitalbildende Lebensversicherungen – unter der Bedingung zu, dass die Provision nicht zu Lasten der Qualität der Dienstleistung geht“, teilte der GDV mit.

IDD: Kriterienkatalog muss erarbeitet werden

Laut Richtlinie sollen Vermittler stets ehrllich, fair und professionell im besten Kundeninteresse handeln; die Provison darf auf diese Verpflichtung keinen negativen Einfluss haben.
Doch wie soll festgestellt werden, ob diese Regeln auch eingehalten werden? Die EU-Kommission wird nun Kriterien erarbeiten, die das ermöglichen sollen.

Bei der Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten müssen für Kunden schädliche Interessenkonflikte ausgeschlossen sein. Wie diese Interessenkonflikte definiert sind, wie Unternehmen und Vermittler sie erkennen und vermeiden können, muss die EU-Kommission auch konkret erarbeiten. Weitere Festlegungen der EU-Kommission werden die Weiterbildung von Vermittlern und die von Unternehmen zu erfüllenden Aufsichts- und Lenkungs-Anforderungen („Product Oversight and Governance“, kurz POG) betreffen.

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