Die ARD und die Altersrente

| Versicherungen | Top News von Robert Krüger Kassissa

Foto: Screenshot aus der Plusminus-Sendung vom 20. Januar 2015, links: Norbert Blüm, Ex-Bundesminister für Arbeit und Soziales

Wenn die ARD (aber auch andere TV-Sender) sich mit der Beratung zur Altersvorsorge beschäftigen, sind die Erkenntnisse daraus eigentlich vorprogrammiert. Doch etwas ganz Entscheidendes war gestern anders.

Die ARD-Sendung „Plusminus“ gestern Abend übertitelte einen Beitrag mit „Gute Rendite – Das Comeback der gesetzlichen Rente“. Der Fall: ein 55-jähriger Angestellte eines Verlags will früher in Rente gehen und deshalb seine Ansprüche mit der Zahlung von 200 Euro monatlich aufstocken. Nachdem Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm („Die Rente ist sicher“) und auch der Finanzmathematiker Werner Siepe, über dessen Berechnungen procontra schon mehrfach berichtete, zu Wort kamen und die derzeitige Rentabilität der gesetzlichen Rente bescheinigten, ging die Testperson zur Beratung.

Testperson zu Honorarberatern

Und jetzt kommt´s: Üblicherweise gehen solche TV-Testpersonen dann zu Banken, zu AOlern oder auch mal Maklern. Anschließend heißt es dann, provisionsgetriebene Produktberatung, Falschberatung und so weiter. Doch in diesem Fall ging die Person zu Honorarberatern. Nur einer der fünf getesteten Honorarberater erwähnte überhaupt die Möglichkeit der freiwilligen Einzahlung in die gesetzliche Rente. Im gleichen Atemzug bezeichnete der Berater aber diese Variante als nicht lohnenswert.

Karte Falschberatung gezückt

Natürlich darf in einer solchen Sendung Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten nicht fehlen. Und siehe da, Kleinlein schaute sich die Videos aus den Beratungen an und zückte sie: die Karte „Falschberatung“. Üblicherweise argumentieren nun Verbraucherschützer, zugegebenermaßen nicht so sehr Kleinlein, sondern eher Vertreter der Verbraucherzentralen: Kein Wunder, dass der Kunde nun falsch beraten wurde, schließlich verhindere der provisionsgetriebene Produktverkauf eine gute Beratung.

Auf dieses Pferd konnte aber nun natürlich bei Honorarberatern nicht gesetzt werden. Also versuchte es Kleinlein auf eine andere Art und erklärte, dass die Versicherungswirtschaft es geschafft habe, die gesetzliche Rente so zu diskreditieren, dass diese Möglichkeit gar nicht mehr in Betracht gezogen wird. Denn nur 800 Bundesbürger machen von einer freiwilligen Einzahlung in die GRV Gebrauch. Unverständlich bei diesem „Bombenangebot“. Von der Deutschen Rentenversicherung wollte niemand gegenüber Plusminus zu diesem Thema Stellung beziehen und für ihr Produkt, die gesetzliche Rente, werben. Darüber wunderte sich schließlich auch Norbert Blüm.

Sehen Sie hier nachfolgend nochmal die komplette Sendung. Der Beitrag über die gesetzliche Rente endet bei Minute 8:00.

 

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