Was Sie über das Pflegestärkungsgesetz wissen sollten

| Berater | Top News von Leonie Pfennig

Warum hat der Gesetzgeber diese Änderungen in die Wege geleitet?

In letzter Zeit wurde der politische Druck immer höher, weil die Anpassung des Pflegeversicherungsgesetzes seit Jahren im Raum stand und außer ein paar „Reförmchen“ nicht viel passiert ist.
Als Pflegeperson wünschte man sich in der Vergangenheit: gäbe es doch eine Pflegestufe 1 ½! Denn wie oft war der Pflegebedürftige für die Pflegestufe 1 zu niedrig eingestuft und schrammte vom Pflegebedarf her knapp an der Pflegestufe 2 vorbei. Hier sprengte es oft den finanziellen Rahmen. Es ist zu hoffen, dass es durch das neue System besser wird.

Allerdings ist ab dem 01.01.2017 zu befürchten, dass wohl der eine oder andere Betroffene mit Schwerstpflegebedürftigkeit eher in einem niedrigeren Pflegegrad landen wird, und damit weniger Leistungen erhält als er evtl. in der adäquaten Pflegestufe bekommen hätte.
Was noch eine große Überraschung sein wird ist: Nach welchen Kriterien wird der MDK die o.g. 6 Bereiche prüfen? Einen Punkteeinstufungskatalog kennt man ja schon aus den Pflegerenten und der OLGAflex der Halleschen, wo es die Alternativprüfung nach dem ADL-System gibt. Ich hoffe, dass es im SGB XI nicht so ähnlich ist. Hier heißt es abwarten.

Was bedeutet das jetzt für die Pflegezusatzvermittlung in 2016?

Abgesehen von den wichtigen Leistungsmerkmalen, die ein Pflegezusatztarif haben sollte, ist jetzt am Wichtigsten, dass in den Tarif- bzw. Versicherungsbedingungen ganz klar geregelt ist (oder auch als Zusatzbestandteil der Police), dass der Versicherer bei SGB XI-Änderung einen neuen Tarif anbietet und die Kunden in den neuen Tarif wechseln können. Sollte das bei dem einen oder anderen Tarif nicht geregelt sein, muss man per heute davon ausgehen, dass der Versicherer keinen neuen Tarif anbieten wird (denn lt. Musterbedingungen KANN er einen neuen Tarif anbieten, MUSS aber nicht) und die Kunden somit im alten Tarif verbleiben müssen. Es werden ab dem nächsten Jahr ganz andere MDK-Gutachten erstellt, eben nach den 6 Bereichen und 5 Pflegegraden und nicht mehr nach dem zeitlichen Bedarf und den Pflegestufen. Wie wollen die Leistungsprüfer dann in Zukunft entscheiden, welche Leistungen der Versicherungsnehmer erhält und ob überhaupt?

FAZIT

Es können weiterhin Pflegezusatzprodukte vermittelt werden. Es ist auch wichtig, die Kunden weiterhin auf das wichtige Thema Pflegeabsicherung anzusprechen, denn nach wie vor entstehen finanzielle Lücken, die durch das Pflegestärkungsgesetz II nicht geringer geworden, geschweige denn verschwunden sind. Und je länger der Kunde mit der Zusatzabsicherung wartet, desto teurer werden die Beiträge bzw. bekommt er unter Umständen wegen seines Gesundheitszustandes den so wichtigen Versicherungsschutz nicht mehr.
Ein Hinweis zum Schluss: Es gibt gesetzliche Krankenkassen, die ihren Mitgliedern für einen Neuabschluß im Pflegezusatzbereich einen Zuschuss gewähren.

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