Was Sie über das Pflegestärkungsgesetz wissen sollten

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Foto: Leonie Pfennig

Welche Änderungen bringt das Pflegestärkungsgesetz mit sich und wie wirkt das auf die Vermittlung von Pflegezusatzprodukten? Pflege-Expertin Leonie Pfennig geht in ihrem Gastbeitrag diesen Fragen nach.

Das Pflegestärkungsgesetz II ist am 01.01.2016 in Kraft getreten. Wirksam wird es zum 01.01.2017 mit der Umstellung der Leistungsbeträge (Entgeltsätze) und einem neuen Begutachtungsverfahren. Ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff wird eingeführt.

Was genau sollte man dazu wissen?

Die Unterscheidung zwischen körperlichen und geistigen Einschränkungen verschwindet. Somit erhalten alle Pflegebedürftigen den gleichen Zugang zu den Pflegeleistungen. Bisher gab es die Unterscheidung zwischen den Pflegebedürftigen mit körperlichen Einschränkungen und den Demenzkranken (Pflegestufe 0 bzw. zusätzliche Betreuungsgelder). Das Ziel des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs soll sein, Hilfen zum Erhalt der Selbständigkeit und der verbliebenen Fähigkeiten bereitgestellt zu bekommen. Das bisherige System der 3 Pflegestufen wird ersetzt durch 5 Pflegegrade. Bei der Begutachtung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) wird nicht mehr auf die zeitliche Komponente geachtet, sondern es gelten Einstufungskriterien nach folgenden 6 Bereichen (mit unterschiedlicher Gewichtung):

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Da der Beitragssatz zur Pflegeversicherung zum 01.01.2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 bzw. 2,8% für Kinderlose steigt, wird mit Mehreinnahmen in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro gerechnet. Diese werden natürlich auch gebraucht, steigen die Ausgaben durch die neuen, erhöhten Entgeltsätze:

Alle Pflegebedürftigen, die per 31.12.2016 schon in eine Pflegestufe eingestuft wurden, werden automatisch in das neue System umgestellt. Es wird hier keine Schlechterstellung geben.
Beispiel: Pflegestufe 1 --> Pflegegrad 2 oder Pflegestufe 3 --> Pflegegrad 4

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