Protektor will Mannheimer-Leben-Bestand verkaufen

Versicherungen Top News von Robert Krüger Kassissa

Die Protektor AG, Auffanggesellschaft der Mannheimer Leben, bietet die Bestände zum Verkauf. Welche vier Versicherer am Kauf interessiert sind.

Foto: Screenshot Protektor-Webseite

2003 hat die 2002 gegründete Auffanggesellschaft Protektor den Versicherungsbestand der Mannheimer Lebensversicherungs-AG übernommen. Von den damals 344.000 Verträgen sind jetzt noch 100.000 Versicherungsnehmer zwangsweise Kunden von Protektor. Dieser Bestand soll nun verkauft werden wie der Berliner Tagesspiegel berichtet. Als mögliche Käufer sind vier Unternehmen im Gespräch.

„Die Gespräche sind so weit gediehen, dass sich die Investoren einen vertieften Einblick verschaffen konnten“, sagte der Protektor-Chef Jörg Westphal dem Tagesspiegel. „Wir hoffen auf eine rasche Entscheidung. Spätestens im Frühjahr sollte über den Kauf entschieden sein.“

Nach Informationen des Tagesspiegels sind MyLife, die Heidelberger Leben, die Frankfurter Leben und die Athene Lebensversicherung (ehemals Delta Lloyd) am Kauf interessiert.

An den Verträgen soll nichts geändert werden. „Für uns ist wichtig, dass der Käufer die finanzielle Sicherheit mitbringt, damit die Verträge auch in den nächsten 60 bis 70 Jahren noch bedient werden können“, sagt Westphal dem Tagesspiegel. Eine vorzeitige Kündigung der Verträge durch den Käufer soll ausgeschlossen werden. Bei Protektor kümmern sich derzeit rund 70 Mitarbeiter um die Mannheimer-Verträge. Der neue Käufer sollte idealerweise diese Mitarbeiter mit übernehmen.

Protektor-Aktionäre wollen Geld wiedersehen

Neben der Auffanggesellschaft für die Mannheimer Leben verwaltet Protektor einen Sicherungsfonds, der Lebensversicherer vor der Pleite retten soll. 900 Millionen Euro ist dieser Fonds derzeit schwer. Weitere 900 Millionen müssten im Falle des Falles seitens der einzahlenden Versicherern nachgeschossen werden. Mit diesen 1,8 Milliarden Euro käme man laut Westphal recht weit, weil ja die Versicherungsverträge nicht beendet, sondern fortgeführt werden. Bei der Mannheimer sind beispielsweise bislang 100 Millionen Euro eingesetzt wurden, um Kunden zu bedienen.

Auch für die Aktionäre der Protektor AG, also die deutschen Lebensversicherer, soll es insgesamt ein gutes Geschäft werden. „Unserer Aktionäre haben 91 Millionen Euro Eigenkapital bei Protektor bereitgestellt. Das möchten sie wiedersehen“, sagte Westphal dem Tagesspiegel.   

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