Klimakonferenz: Anbieter sehen nachhaltige Fonds im Aufwind

Investmentfonds von Michael Fiedler

Auf der Pariser Klimakonferenz wurde die Dekarbonisierung – zumindest verabredet. In den allgemeinen Jubel von Politikern mischen sich aber auch kritische Stimmen.

Sollen bald der Vergangenheit angehören: Kohlekraftwerke. Fotolia / rcfotostock

Mit dem Klimavertrag von Paris werde die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft endgültig besiegelt, so Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) zu Abschlusspapier der UN-Klimakonferenz von Paris.
Robert Hauser vom Swisscanto-Nachhaltigkeitsfonds sah es nicht ganz so optimistisch: Es fehle ein globaler CO2-Preis, wie er von Wissenschaftlern, Unternehmen und Politikern verlangt worden sei. Mit einem solchen Preis ließe sich die Dekarbonisierung der Wirtschaft deutlich schneller voranbringen, so der Research-Experte. Dass es sich bei den vereinbarten Maßnahmen noch immer um freiwillige handelt, sieht Hauser ebenfalls kritisch. Allerdings, so Hauser, stütze die Klimakonferenz die Idee nachhaltiger Fonds.

Sinn: Verbrauch fossiler Brennstoffe wird nicht verhindert

Gewohnt deutliche Worte kamen aus München. Für Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn enthält das Pariser Abkommen vor allem moralische Appelle und Lippenbekenntnisse. Willige Länder würden ermuntert, die Reduktion fossiler Brennstoffe voranzutreiben. Sinn verwies darauf, dass es an Instrumenten fehle, Länder zum Mitmachen zu bewegen.
Während einige Länder den Verbrauch fossiler Brennstoffe verringern, würden andere Länder den Preisverfall nutzen: „Im Endeffekt wird auch dieses Abkommen, wie schon das Kioto-Abkommen, nicht in der Lage sein, den weiteren Anstieg des Verbrauchs fossiler Brennstoffe zu verhindern.“

Förderstrukturen müssen überdacht werden

Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), bemängelte, dass es noch zu viele gesetzliche Barrieren für Erneuerbare Energien gebe. Auch würden viele Förderprogramme nicht synchron laufen: „So ist es ein Skandal, dass die staatliche KfW noch immer Ölheizungen fördert und damit den Klimaschutzzielen entgegenearbeitet.“

Union Investment kauft weiteren Windpark

Unbeeindruckt von der Klimakonferenz und der Debatte zeigte sich hingegen Union Investment. Deren Ende 2012 aufgelegte Infrastrukturfonds UniInstitutional Infrastruktur SICAV-SIF mit Schwerpunkt auf erneuerbare Energien, kaufte nun einen Windpark in Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Insgesamt investiert der Fonds damit nun in acht Wind- und Photovoltaikparks in Deutschland, Großbritannien, Irland und Frankreich mit einer Nennleistung von über 110 Megawatt. Die Gesamtsumme der Investitionen für den Fonds hat mit dem Erwerb des Windparks die Marke von 240 Millionen Euro übersprungen.

Versicherungswirtschaft stellt sich auf Klimawandel ein

Auch die Versicherungswirtschaft befürchtet massive Auswirkungen durch den Klimawandel:

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare