Generali streicht auch den Schlussüberschuss

| Versicherungen | LV-Check | Top News von Matthias Hundt

Quelle: obs/Generali Deutschland Holding AG/cyp-Schumacher

Zur drastischen Senkung der laufenden Verzinsung von 0,65 Prozentpunkten kommt 2016 auch kein Schlussüberschuss hinzu.

Die Deklarationen der Lebensversicherer für 2016 beschäftigen derzeit die Branche. Nach und nach geben die Unternehmen ihre Zahlen bekannt und die durchschnittlichen Senkungen von 0,25 bis 0,3 Prozentpunkten überraschen niemanden mehr.  

Heute verkündete allerdings die Generali ihre Überschussbeteiligung für das kommende Jahr und ließ aufhorchen. Die laufende Verzinsung wird von 2,9 um satte 0,65 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent gesenkt. Damit teilen sich die Münchener mit der Swiss Life (ebenfalls 2,25 Prozent) den letzten Platz dieses Rankings. Swiss Life kürzte dabei noch deutlicher (- 0,75 Prozentpunkte). Die Gesamtverzinsung ergibt sich aus der laufenden Verzinsung und dem Schlussüberschuss sowie dem Sockelbeitrag an den Bewertungsreserven. Hier legt die Swiss Life 2016 nochmal 0,3 Prozentpunkte drauf. Bei der Generali hingegen fehlt hingegen dieser „Bonus“.

Auf Nachfrage von procontra, ob der Schlussüberschuss – wie bei so vielen Anbietern – einfach nur nicht kommuniziert würde oder tatsächlich gestrichen wurde – antwortet Pressesprecher Björn Collmann: „Zur laufenden Verzinsung kommt in 2016 nichts hinzu. Die 2,25 Prozent sind damit gleichzeitig die Gesamtverzinsung 2016.“ Eine weitere Begründung blieb dazu aus. In 2015 wurden noch 2,9 Prozent (laufende Verzinsung) zuzüglich 0,3 Prozent Schlussüberschuss deklariert.  

„Eine Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven muss nicht deklariert werden“

procontra sprach mit dem GDV, ob der Schlussüberschuss überhaupt 0 Prozent betragen kann. Immerhin ist bei Vertragsende zumindest eine Beteiligung an den Bewertungsreserven zu 50 Prozent verpflichtend, falls welche vorhanden sind. Ende 2014 waren das bei der Generali rund 5,6 Milliarden Euro. „Die Festlegung des klassischen Schlussüberschusses und der Sockelbeteiligung erfolgt üblicherweise zum Ende eines Kalenderjahres für die im Folgejahr abgehenden Verträge. Die Werte werden getrennt deklariert. Dabei gilt: eine Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven muss nicht deklariert werden. Wird eine Sockelbeteiligung deklariert, hat das zur Folge, dass zumindest diese Sockelbeteiligung unabhängig von der Höhe der Bewertungsreserven und des Sicherungsbedarfs gezahlt wird.“  

Der klassische Schlussüberschuss kann also durchaus entfallen. Beim derzeitigen Stand der Bewertungsreserven sollten aber auch Generali-Kunden noch Aussichten auf die hälftige Beteiligung an den Bewertungsreserven haben. 

Tippen Sie als Einzelspieler oder mit Ihren Kollegen im Team und gewinnen Sie tolle Preise

Dirk Müller, Börsenmakler, Fachautor und Fondsmanager, mit seinem Blick auf 2016 und warum er den Wirtschaftsdaten aus China nicht traut

Platzt so der bAV-Knoten?

Branchengezwitscher

Facebook

Filetstücke 2016 Gemischt? Renten- oder doch Aktienfonds? Die procontra-Fondsanalyse zeigt die Top-Fonds der relevantesten Anlagemärkte.

Die procontra-App für Ihr Smartphone