Fidentum meldet Insolvenz an

Berater Recht & Haftung von Daniel Blazek

Mit dem Bescheid vom 4. Dezember 2015 hat die BaFin das Kreditgeschäft der Lombardium untersagt und die Abwicklung angeordnet. Am selben Tag meldete die Hamburger Fidentum Insolvenz an. Was daraus für Vermittler und Anleger folgt.

Foto: Daniel Blazek, BEMK Rechtsanwälte

Über die Fidentum GmbH wurden stille Beteiligungen an der Erste Oderfelder Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, und zwar nach Angaben der Fidentum GmbH wie folgt: Im Modell „SchroederLombard“ 14,6 Millionen Euro, im Modell „LombardPlus“ 12,4 Millionen Euro, im Modell „LombardClassic“ 18,6 Millionen Euro; mit „LombardClassic 2“ 79,2 Millionen Euro. Des Weiteren soll das Angebot „LombardClassic 3“ im November 2015 geschlossen worden sein.

Die eingeworbenen Anlegergelder wurden in Form von Darlehen an die Lombardium Hamburg GmbH & Co. KG in Hamburg weiter gegeben - und damit an ebenjene Gesellschaft, gegen die die BaFin die Untersagung und Abwicklung verfügt hat.

Eine Pfandliste über den Bestand für die Erste Oderfelder Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG liegt hier vor. Es werden klärungsbedürftige Pfänder aufgeführt im Gesamtwert von etwa 57 Millionen Euro. Betrachtet man die Emissionsvolumina in Höhe von etwa 115 Millionen Euro (ohne LombardClassic 3), ergibt sich bereits die Frage, was genau mit den Anlegergeldern auf Ebene der Lombardium geschah. Kritischer dürfte jedoch sein, dass mit der Abwicklungsanordnung das Pfandhaus akut Gefahr laufen könnte, in Insolvenz zu fallen. Genau dies hat nun der von der BaFin bestellte Abwickler vorrangig zu prüfen. Was dies wiederum für die Erste Oderfelder Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG zur Folge hat, bleibt abzuwarten.

Stille Gesellschaften sind bereits vor der Jahrtausendwende beliebte Vermögensanlagen gewesen. In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und einiger Oberlandesgerichte gelten allerdings einige Besonderheiten, die daraus resultieren, dass es sich eben nicht um eine klassische Publikumspersonengesellschaft handelt. Bevor man überhaupt über Schadenersatz nachdenkt, muss zunächst geklärt werden, ob die stillen Gesellschaften als zweigliedrig oder mehrgliedrig zu bewerten sind.

Wie komplex dies werden kann, zeigen der Fall und die Prozesse um die ALAG Auto Mobil GmbH & Co. KG. Vermittler und Anleger brauchen hier auf jeden Fall Expertise.

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