E-Health-Gesetz: Ein längst überfälliger Schritt

Versicherungen von Michael Fiedler

Der Bundestag stimmt morgen über das E-Health-Gesetz ab und wird so Rahmenbedingungen für die Digitalisierung im Gesundheitswesen schaffen. Welche Hoffnungen und Befürchtungen gesetzliche Krankenversicherer damit verbinden.

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Das E-Health-Gesetz soll Anfang 2016 in Kraft treten und wird morgen im Bundestag abgestimmt. Kernpunkt des Gesetzes ist die Vernetzung der IT-Systeme von Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen. Dafür muss die nötige Infrastruktur geschaffen werden. Zwar werden bereits heute Befunde, Diagnosen und Rezepte überwiegend elektronisch erstellt, doch die Weitergabe der Daten erfolgt oft analog. „Das bindet Zeit und Geld – Ressourcen, die an anderer Stelle wesentlich besser für die Patienten verwendet werden können“, sagt Inken Holldorf, Leiterin der Techniker Krankenkasse (TK) Landesvertretung Niedersachsen.

Medikationsplan – doch wieder Papier

Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass Patienten, die mindestens drei ärztlich verordnete Medikamente einnehmen, Anspruch auf einen abgestimmten Medikationsplan haben. „Gesundheitsschädigende Wechselwirkungen von Medikamenten können so verhindert werden“, meint Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG direkt gesund. Doch dieser Medikationsplan soll zunächst papiergebunden eingeführt werden. Zumindest beim Datenaustausch unter den Ärzten sei eine zügige Digitalisierung angezeigt, so Kaetsch. Auch die TK kritisierte das: „Ein Medikationsplan in elektronischer Form wäre zielführender“, sagte Inken Holldorf.

Notfalldaten ab 2018 von Ärzten verwaltet

Das E-Health-Gesetz sieht zudem vor, dass Notfalldaten, etwa Angaben über Diagnosen, Unverträglichkeiten, Implantate und Allergien, ab 2018 von den Ärzten verwaltet werden. „Der Patient muss allerdings zuvor zugestimmt haben, dass seine Notfalldaten zugänglich sind. Und das ist auch gut so“, sagt Kaetsch.
Dass spätestens ab 1. Juli 2018 die Stammdaten der Patienten von den niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten mit den aktuellen Daten bei den Krankenkassen abgeglichen und elektronisch aktualisiert werden, ist für Kaetsch „ein längst überfälliger Schritt“.

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