Wenn Versicherer Makler aussortieren

Versicherungen Top News von Robert Krüger Kassissa

Im Preiskampf des Kfz-Geschäfts sortieren Versicherer bestimmte Makler schon mal aus. Dabei sind aber auch die restlichen Kunden der Makler die Leidtragenden wie ein Fall aus München zeigt.

Foto: © Jeanette Dietl/Fotolia

Ein Münchener Makler erhielt vor zwei Wochen die Kündigung seines Kfz-Bestandes bei der Württembergischen. Er vermittelte das Produkt „AMEX WW“ über Amexpool AG. Die Schadenquoten seines Kfz-Bestandes beliefen sich 2015 auf 92,8 Prozent. In den Jahren 2010 bis 2014 auf 280,0 Prozent. „Ich habe zwei Kunden, welche eine hohe Schadenquote aufweisen. Ich verstehe aber nicht, warum dann auch gleich alle anderen Kunden von mir gekündigt werden“, sagt der Makler, der nicht namentlich genannt werden will.

„Die Württembergische überprüft aufgrund ihrer Verpflichtungen gegenüber der Versichertengemeinschaft regelmäßig ihre Maklerverbindungen und die Qualität der Versicherungspolicen, welche diese Makler bei der Württembergischen eingedeckt haben“, sagt Ralf Nowak, Leiter Operatives Backoffice in der Abteilung Kraftfahrt Betrieb des Versicherers zur Erklärung. Bei Beendigung einer Maklerverbindung sind dann alle Versicherungsverträge betroffen. „Denn: Die Kunden sind mit dem betroffenen Makler vertraglich verbunden. Dem Makler ist es selbstverständlich unbenommen, seine Kunden bei einem anderen Versicherer zu dort vereinbarten Konditionen neu einzudecken“, so Nowak.

Von der Kündigung der Maklerverbindungen seien nur wenige betroffen. Es sind nach Angaben der Württembergischen deutlich weniger als ein Promille der geführten Kfz-Verträge.

Deckungsbeiträge in Kfz mitunter schwierig

„Wie jedem in der Versicherungsbranche bekannt sein wird, ist auch der Versicherer bemüht mit seinem Geschäft Deckungsbeiträge zu erwirtschaften. Das ist im Bereich der Kfz-Versicherung mitunter schwierig – was ebenfalls kein Geheimnis ist“, nennt Michael Weltin, Handlungsbevollmächtigter und Leitung Komposit Betrieb bei Amexpool als Gründe für das Vorgehen. Amexpool saniere grundsätzlich in Absprache mit dem Versicherer jedes Jahr seine Konzepte. Das ist für einen Deckungskonzeptionär unerlässlich, um das Deckungskonzept rentabel zu halten.

„Wir haben daher wieder die Schadenrenta der letzten Jahre analysiert und die wenigen auffälligen Maklern, welche seit Jahren schlechte Schadenquoten haben, aussortiert. Hier sei kurz erwähnt, dass wir mitunter Schadenquoten von über 2.000 Prozent verzeichnen“, so Weltin. Amexpool bliebe daher keine andere Wahl als die schadenträchtigen Verträge zu kündigen, da unsere Produkte sonst binnen wenigen Jahren unrentabel werden.

„Jeder Makler hat doch die Übersicht seiner Schäden und kann doch initiativ reagieren. Ein Makler hat seinen Bestand selbst in der Hand und kann das Risiko der Schadenquote überwachen, wie wir es tun, oder sogar aktiv gegensteuern“, erläutert Weltin. Amexpool könne nachvollziehen, dass dies für wenige Makler für Empörung sorgt und bitten um Verständnis für unser Handeln. „Wir sind als Kfz-Spezialist der Branche, mit derzeit mehr als 3.500 angebundenen Partnern im Bereich des Kfz-Geschäfts, bekannt und können bei aktuell 80.000 Verträgen die eine oder andere Kritik leider nicht vermeiden“, erklärt Weltin.  

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