„Ich sehe hier keinen Interessenkonflikt“

Berater Top News von Matthias Hundt

Dr. Mark Ortmann verteidigt seinen Transparenz-Index für FinTechs. Warum er ein „Geschmäckle“ zurückweist, was ein Siegel nun kostet und die Details der Kriterien

Ehemals in den Diensten von Clark: ITA-Gründer Dr. Mark Ortmann

procontra: Herr Ortmann, Ihr ITA-Institut bewertet jetzt die Transparenz von FinTechs. Bei einem, nämlich Clark, waren Sie bis vor kurzem noch tätig. Ist das ein Problem?

Dr. Mark Ortmann:
Die Idee, Internetseiten auf Transparenz zu bewerten, hatten wir bei ITA schon lange. Das Internet ist für viele Verbraucher die wichtigste Informationsquelle. Das ist uns nicht entgangen. Meine Tätigkeit bei FinLeap (Anm. d. Red.: Inkubator von Clark) hat weiter dazu geführt, dass ich mich verstärkt um den Online-Bereich kümmere. Gerade Startups im Versicherungsbereich wollen transparent sein und werben auch damit. Daher war das für ITA auch der ideale Sektor, um mit einem Transparenzindex für Internetseiten zu beginnen. 

procontra:
Wie können Sie einen Interessenkonflikt ausschließen? Immerhin wurde Ihr Institut vom Clark-Mutterkonzern HitFox/FinLeap gekauft.

Dr. Ortmann: Warum schreiben Journalisten über Ereignisse, die den eigenen Verlag betreffen? Weil es ein Informationsbedürfnis gibt und es wäre doch komisch, wenn alle anderen schreiben, nur der betroffene Verlag nicht. Auf die Verbindung wird dann hingewiesen. Und genau so haben wir das auch gemacht. Warum hätten wir Clark nicht bewerten sollen? Dann hätten wir Fragen bekommen, wie denn Clark abgeschnitten hätte, zumal Clark in aller Munde ist. So kann sich jeder ein eigenes Bild machen.

procontra:
Zwischen hauseigener Berichterstattung und hauseigener Bewertung, um sich im Wettbewerb zu positionieren und über Siegel Geld zu verdienen, besteht ein großer Unterschied. Der Vergleich hinkt.

Dr. Ortmann: In beiden Fällen geht es doch um Objektivität. Ein guter Journalist bleibt ein guter Journalist, wenn er über ein verlagsinternes Ereignis schreibt und dabei die Objektivität behält. Ein gutes Testverfahren bleibt ein gutes Testverfahren, wenn es für alle gleich angewandt wird und die Sicht der Verbraucher einnimmt und ihre Interessen schützt. Genau das passiert bei ITA.
Zudem müssen wir betonen, dass Clark die Rechte am ITA-Siegel nicht erworben hat und falls das Management von Clark sich für das ITA-Siegel entscheiden sollte, die gleichen Kosten auf das Unternehmen zu kommen werden, wie für alle anderen.

procontra: Was kostet ein Siegel?

Dr. Ortmann: Das Siegel kostet 3.000€. Wir haben uns für eine Preisgestaltung entschieden, die auch die Interessen junger Unternehmen mit kleineren Budgets berücksichtigt. Da das Testverfahren aber genauso anspruchsvoll ist, wie alle von ITA zuvor durchgeführten Tests, können wir bestimmte Preisgrenzen nicht unterschreiten – Qualität hat einen Preis. Bevor ITA eine Note vergibt, hat ein aufwendiges Verfahren stattgefunden.

Seite 1: Kein Grund für ein „Geschmäckle“
Seite 2: Die Kriterien im Detail

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