Kunde soll entscheiden, wie viel Beratung wert ist

Berater Top News von Robert Krüger Kassissa

moneymeets stellte via Online-Pressekonferenz das Urteil des Landgerichts Köln vor und sprach über die Auswirkungen auf den Vermittlermarkt.

Foto: moneymeets-Gründer und Geschäftsführer Dieter Fromm (links) und Johannes Cremer

procontra hat bereits über den Fall Makler Banditt vs. moneymeets berichtet. Der moneymeets-Rechtsanwalt Dr. Hans-Jörg Schultes sieht in dem Urteil, welches die Provisionsabgabe in Höhe von 50 Prozent seitens moneymeets an den Kunden für zulässig hält, keine Signalwirkung für den gesamten Vermittlermarkt. Denn das Urteil habe lediglich Auswirkungen auf die in diesem Fall streitigen Parteien. Das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt/Main aus dem Jahre 2011 tauge da eher zum Urteil mit Signalwirkung. Gleichwohl hat der Anwalt den Eindruck, dass der deutsche Gesetzgeber das Provisionsabgabeverbot nicht mehr möchte, weil er sich europarechtlich verpflichtet fühlt. Der Urteil aus Köln ist noch nicht rechtskräftig. Eine Berufung ist möglich und Rechtsanwalt Schultes geht auch davon aus, dass es zur Berufung kommen wird.

Ein Argument für das Beibehalten des Provisionsabgabeverbotes ist die Eröffnung des „ruinösen“ Preiskampfes, wenn Vermittler an ihre Kunden Teile ihrer Provisionen abgeben. moneymeets-Gründer und Geschäftsführer Johannes Cremer, der selbst aus der Bankenbranche kommt, hält dies für eine spannende Diskussion, sieht diese Gefahr aber nicht. Auch im Bankenbereich sind vor vielen Jahren die Direktbanken in den Markt gekommen und haben nun einen Anteil von 10 bis 15 Prozent am Wertpapiergeschäft. Es könne nicht sein, dass im Wertpapierbereich für Kunden die Möglichkeit besteht, kostengünstig abzuschließen, während dies im Versicherungsbereich bis dato noch nicht möglich.

„Nicht alle Kunden möchten digital beraten werden“

Das anvisierte Kundenpotenzial sieht moneymeets-Gründer und Geschäftsführer Dieter Fromm auch als begrenzt: „Nicht alle Kunden möchten digital beraten werden, es sei denn er ist preisgetrieben.“ Gute Beratung sei ihr Geld wert. „Kunden sollen aber die Möglichkeit haben, selbst darüber zu entscheiden, wie viel Geld die Beratung wert bzw. wie viel die Kunden dafür ausgeben wollen.“

moneymeets wächst nach eigenen Angaben mit 9 bis 13 Prozent im Monat und muss diese Wachstumszahlen auch gegenüber seinen Investoren berichten. Aktuell hat das Kölner Unternehmen 5.000 Mitglieder und ebenso Versicherungsverträge im vierstelligen Bereich. Nach eigenen Angaben arbeitet moneymeets mit allen Versicherungsgesellschaften hierzulande zusammen, auch wenn diese nicht mehr mit Logo auf der Webseite als Kooperationspartner aufgeführt werden. In dieser Aufführung sah moneymeets keinen Mehrwert mehr für sich. Im Wertpapierbereich sind die Kooperationspartner ebase, die Fondsdepot Bank, die Frankfurter Fondsbank und die Augsburger Aktienbank.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare