Deutschland – Land der Alten

Berater von Stefan Terliesner

Innerhalb der EU ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung zwischen Flensburg und Garmisch am höchsten. Von der Flüchtlingswelle freilich könnte Deutschland erheblich profitieren.

Fotolia / pressmaster

In keinem EU-Land ist die Bevölkerung im Durchschnitt so alt, wie in Deutschland. Laut einer Veröffentlichung des EU-Statistikamts Eurostat sind die Bundesbürger im Schnitt 45,6 Jahre alt. Damit liegt die Bundesrepublik an der Spitze aller Mitgliedsländer. Die jüngste Bevölkerung haben Zypern und Irland (siehe Tabelle).

 

LandDurchschnittsalter der Bevölkerung
Deutschland45,6
Italien44,7
Bulgarien43,2
Portugal43,1
Griechenland43,0
Großbritannien39,9
Luxemburg39,2
Slowakei38,6

 

Laut Pressetext liefert die Publikation „People in the EU: who are we and how do we live?" ein Bild der Bevölkerung, der Familien, der Haushalte und der Wohnverhältnisse. Demnach besteht ein Drittel der Haushalte in der EU aus einer einzigen Person. Im Jahr 2014 waren fast ein Drittel (31,8 Prozent) aller Haushalte in der EU Einpersonenhaushalte. Die höchsten Anteile an Einpersonenhaushalten wurden in den drei nordischen Mitgliedstaaten – Dänemark (45,0 Prozent), Finnland (40,8 Prozent) und Schweden (39,9 Prozent) – sowie in Deutschland (40,5 Prozent) verzeichnet, berichtet die EU-Kommission.

„Flüchtlinge sind eine riesige Chance“

Vor dem Hintergrund der drohenden „Überalterung“ Deutschlands sind auch Aussagen von Forschern wie Sven Gábor Jánszky von der Denkfabrik „2b AHEAD Thing Tank“ zu sehen. In einer Pressemitteilung vom 2. September 2015 bezeichnet Janszky die „aktuelle Flüchtlingskrise“ als „riesige Chance für Deutschland“.

Wörtlich: „Vor der Flüchtlingswelle haben wir Trendforscher prognostiziert, dass in den kommenden zehn Jahren 6,5 Millionen Menschen aus dem deutschen Arbeitsmarkt verschwinden. Vor uns stand eine Zukunft mit 2 bis 5 Millionen unbesetzbaren Jobs in Deutschland. Ich habe das Szenario in dem Buch "2025 - So arbeiten wir in der Zukunft" bereits detailliert beschrieben. Eine Welt der Vollbeschäftigung, die wir durch den massiven Verlust an Arbeitskräften erleben werden, wird für die Unternehmen zur Katastrophe. Unsere Prognose zeigte einbrechende Bilanzen bei Unternehmen wegen Produktionseinbrüchen aufgrund fehlender Menschen. Wir erwarteten dass das gesetzliche Rentenalter über 67 hinaus auf 75 Jahre steigen würde. Wir prognostizierten dass deutsche Landstriche entvölkert und überaltert sein würden, weil die wenigen Jugendlichen entweder in die deutschen Metropolen oder ins Ausland streben.“

Und weiter: „All diese Gefahren schwinden mit jedem jungen Flüchtling, der in Deutschland arbeiten, lernen und eine Zukunft aufbauen will. All jene Deutschen die heute Angst und Vorbehalte haben, werden schon in zehn Jahren von der Leistung dieser Flüchtlinge leben. Die älteren Deutschen werden schon mit 67 in Rente gehen können und nicht erst mit 75. Die jüngeren Deutschen werden erheblich weniger Steuern und Rentenversicherungsbeiträge zahlen müssen, als ohne Flüchtlinge.“

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare