BdV verklagt HanseMerkur

Versicherungen Top News von Robert Krüger Kassissa

Nach dem Abgang von Peter Ludwig und entsprechenden Medienberichten über den Unister-Deal steht der HanseMerkur nun neues Ärger ins Haus: Der BdV verklagt die Hamburger wegen ihrer Reiserücktrittsversicherung. Was der Versicherer dazu sagt.

Foto: HanseMerkur-Hauptverwaltung in Hamburg

Eine „unerwartet schwere Erkrankung“ ist eine strittige Formulierung im Kleingedruckten vieler Reiserücktrittsversicherungen. Nach Meinung des Bund der Versicherten (BdV) ist dies aber intransparent. Denn für den Verbraucher erschließe sich so nicht, welche Krankheit letztlich versichert und welche ausgeschlossen ist, wenn eine Krankheit als ernsthaft oder nur als leicht zu verstehen ist. Während eine Lungenentzündung zweifelsfrei als schwere Krankheit einzustufen ist, ist dies nach Ansicht des BdV bei einer Gruppe weniger deutlich. Für den Verbraucher würde bereits ein starker Gliederschmerz den Urlaub erheblich trüben. Ist die Klausel aber intransparent, so ist sie unwirksam. Bereits im Juni hatte der BdV mehrere Reiseversicherer, darunter die HanseMerkur deswegen abgemahnt. „Wir haben seinerzeit das Unterlassungsbegehren des BdV zurückgewiesen“, sagt Heinz-Gerhard Wilkens, Pressesprecher der HanseMerkur.

BdV verweist auf Urteil des BGH

Die Reiseversicherer zeigten sich nach Ansicht des BdV „uneinsichtig“ und arbeiten weiter mit der Klausel. „Jetzt lassen wir diese Frage gerichtlich klären“, sagt BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein. Der BdV hat Klage gegen die HanseMerkur eingereicht. Denn Allgemeine Geschäftsbedingungen müssen vom Verbraucher verstanden und nachvollzogen werden können. Der BdV argumentiert mit einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Dieser hatte eine ähnliche Klausel in der Ratenschutzversicherung wegen mangelnder Transparenz für unwirksam (Urteil vom 10.12.2014 IV ZR 289/13) erklärt. Dies sei auf die Reiseversicherung übertragbar.

HanseMerkur wagt keine Prognose hinsichtlich des Ausgangs dieser Klage: „Das wäre Kaffeesatz- oder Hellseherei. Vor Gericht und auf hoher See ist man ja bekanntlich in Gottes Hand“, so Wilkens. 

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