Kapitalflucht aus Griechenland

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Ausländische Investoren und griechische Vermögensbesitzer haben vermutlich zig Milliarden Euro ins sichere Ausland gebracht. Brisant: Ausgerechnet Hilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) ermöglichen den Abfluss.

Die Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber dem Eurosystem im Rahmen des so genannten Target-Zahlungssystems, über das die grenzüberschreitenden Zahlungen zwischen Banken im Euroraum abgewickelt werden, sind im Januar um 54 Milliarden Euro auf 515 Milliarden Euro gestiegen.

Es handelt sich damit um einen der größten Anstiege seit Ausbruch der Finanz- und Eurokrise; nur im September 2011 und im März 2012 waren die Zunahmen mit 59 Milliarden Euro beziehungsweise 69 Milliarden Euro noch größer. Hierauf weist das Münchener Ifo Institut in einer Pressemitteilung hin.

Statistik: Target2-Salden der Länder des Eurosystems im November 2014 (in Millionen Euro) | Statista
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Unsicherheit nach Regierungswechsel
Für Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, „verbirgt sich dahinter aller Wahrscheinlichkeit nach eine massive Kapitalflucht aus Griechenland“. Seiner Meinung nach dürften ausländische Investoren und griechische Vermögensbesitzer ihr Kapital aufgrund der mit dem Wahlausgang gestiegenen Unsicherheit über die Zahlungsfähigkeit Griechenlands und den Verbleib des Landes in der Währungsunion ins sichere Ausland gebracht haben.

Interessanterweise seien die italienischen Target-Defizite im Januar um 44 Milliarden gefallen. Es scheint also auch eine Kapitalflucht nach Italien gegeben zu haben, obwohl es im zweiten Halbjahr 2014 massive Kapitalexporte aus Italien gegeben hatte, vermutet Sinn.

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