So geht Honorarberatung

| Berater | Top News von Michael Fiedler

Wie hoch ist die Courtage je Mandant? Fotolia/lovegtr35

Honorare für Risikoanalyse, Angebotserstellung, Betreuung und Schadenabwicklung? Maklerservice Greiz setzt das seit Anfang August um. procontra fragte bei Holger Steiniger nach, wie seine Angebote funktionieren.

procontra: Seit 01.08.2015 bieten Sie Ihren Mandanten Nettotarife im Sach- und Altersvorsorgebereich an. Mit welchen Anbietern arbeiten Sie zusammen?

Holger Steiniger: Im Sachbereich sind Gesellschaften wie die Haftpflichtkasse Darmstadt, InterRisk, GVO, Adcuri oder auch Konzept und Marketing unsere Favoriten und im Bereich Altersvorsorge die Alte Leipziger, LV 1871 oder die myLife. Das Programm, welches wir nutzen, bietet eine sehr große Auswahl von Tarifen für die Honorarberatung.

procontra: Gleichzeitig vereinbaren Sie monatliche Honorare für Risikoanalyse, Angebotserstellung, Betreuung und Schadenabwicklung. Welche Vorbereitungen waren im Bezug auf die Geschäftsumstellung nötig? Wurden Sie beispielsweise von Verbänden oder Pools dabei unterstützt?

Holger Steiniger: Seit einigen Jahren bin ich BVK-Mitglied und leite den Bezirksverband Gera. Der BVK als größter Verband der Versicherungskaufleute thematisiert die Frage nach Honoraren des Öfteren in seiner Verbandszeitschrift VersicherungsVermittlung. So war in der Ausgabe 01/13 im Interview mit Frau Ilse Aigner (Bundesverbraucherministerin) zu lesen: „Im Versicherungsbereich regelt die Gewerbeordnung ja schon heute das Berufsfeld des Versicherungsberaters, der ausschließlich auf Honorarbasis beraten darf. Im Zuge der Überarbeitung der europäischen Versicherungsvermittlerrichtlinie ist zu prüfen, ob ein Versicherungsberater in Ergänzung zur Beratung künftig auch vermitteln kann. Ein solches Berufsbild für die Beratung und Vermittlung von Versicherungen auf Honorarbasis wird von einzelnen Versicherungsunternehmen bereits gefordert.“

Damals habe ich mich erstmals mit dieser Problematik befasst und in der Ausgabe 07-08/13 war unter den Wahlprüfsteinen zur Bundestagswahl bei der Partei Die Linke zu lesen: „Mittelfristig fordern wir, die provisionsbasierte Vermittlung und Beratung zu Gunsten einer unabhängigen Beratung unter anderen durch Verbraucherzentralen und Honorarberater zu ersetzen.“

Zu dieser Zeit konnte ich mir selbst nicht vorstellen, wie es gehen soll, wenn die Courtagezahlungen nicht mehr monatlich durch die Gesellschaften als sichere Einnahmequelle erfolgen. Ich hielt diese Forderungen aus der politischen Opposition für nicht umsetzbar und realitätsfremd. Doch je mehr ich mich mit diesem Thema auseinander setzte, desto interessanter wurde es für mich.

Als erstes nahmen wir unseren Bestand unter „die Lupe“ und errechneten die Höhe der Courtage jedes einzelnen Kunden. Daraus ergab sich ein Wert, den wir pro Kunde als Mindesthonorar ansetzten. Der zweite Schritt war zusammenzutragen, welchen Zusatznutzen wir unseren Kunden durch das Honorar zukünftig bieten wollen. Der dritte Schritt war die Vertragsgestaltung.

Es gibt hier ja die unterschiedlichsten Anbieter und wir entschieden uns dann, nach umfangreicher Prüfung, für die Firma Honorarkonzept. Hier nutzen wir die Nettorechner und die Abwicklung unserer Honorarvereinbarungen sowie die ganzen Fragen des Inkassos.

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