Mütterente nicht aus Rentenkasse finanzieren

| Versicherungen | Top News von Michael Fiedler

Erziehungszeiten finanziell anrechnen - ja. Aber bitte nicht aus der Rentenkasse, so der Bundesverband der Rentenberater. Fotolia/ motorradcbr

Welche Wirkung der Zuzug von - zumeist jüngeren - Flüchtlingen auf unsere Sozialsysteme haben kann, war auch Thema auf den Rentenberatertagen 2015 in Regensburg.

Das umlagefinanzierte Rentensystem in Deutschland steht vor einer massiven demographischen Herausforderung. Bis 2040 wird sich der erwerbsfähige Anteil der Bevölkerung um ein Drittel reduzieren. Mit Blick auf den Zuzug von - zumeist jüngeren – Flüchtlingen, betonte Marina Herbrich, Präsidentin des Bundesverbandes der Rentenberater e.V., dass neben der gesellschaftlichen Integration auch die Einbindung in den Arbeitsmarkt gelingen müsse. „So kann durch Zuwanderung die Leistungsfähigkeit unserer Sozialsysteme gestärkt werden“, sagte Herbrich.

Mütterrente aus Steuermitteln finanzieren

In ihrer Begrüßungsrede hob die Präsidentin die Errungenschaften der jüngsten Rentenreform hervor. Neben den dringenden Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente sei auch die Mütterrente ein Beitrag zur Stärkung der Alterssicherung. Allerdings bleibt der Bundesverband bei seiner Finanzierungskritik. „Die finanzielle Anerkennung von Erziehungszeiten muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe aus Steuermitteln finanziert werden. Nicht aus der Rentenkasse“, bekräftigte Herbrich. Bei den Hinzuverdienstgrenzen, der entscheidenden Stellschraube für einen gleitenden Übergang in den Ruhestand, erwartet die Präsidentin, dass „die notwendigen Reformen nun endlich auf den Weg gebracht werden“.

Österreich als Vorbild

Auch die Reformbemühungen anderer europäischer Länder waren ein wichtiges Thema auf den Rentenberatertagen 2015. Für einen konkreten, vergleichenden Blick sorgte Dr. Rudolf Zwiener von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in seinem Eröffnungsvortrag „Rentenreformen in Deutschland und Österreich: ein Vergleich“. Dabei stellte Zwiener die Reformmaßnahmen der letzten 15 Jahre in Deutschland den Veränderungen der Altersvorsorge in Österreich gegenüber.

Rentenkürzung und Beitragssatzstabilisierung, Einführung der Riester-Rente und steuerliche Förderung der betrieblichen Altersvorsorge auf der einen Seite. Ausbau der gesetzlichen Rente zu einer Erwerbstätigenversicherung unter Einbeziehung der Beamten und von vielen Selbständigen auf der anderen.
Das Beispiel Österreich zeige, dass durch einen moderat höheren Beitragssatz und die Erweiterung des versicherten Personenkreises ein spürbar höheres Sicherungsniveau erreicht werden kann, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu beschädigen, so das Fazit von Dr. Zwiener.

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