Kapitalabzug nicht gerechtfertigt

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Investment Professionals: Keine Schuldenkrise in den Schwellenländern. Angesichts der langfristigen Perspektiven sind die aktuellen Mittelabflüsse daher übertrieben.

Fotolia/alexskopje

Internationale Investoren haben sich zuletzt verstärkt von den Schwellenländermärkten abgewandt. Allerdings halten mehr als drei Viertel (77,5 Prozent) der deutschen Investment Professionals die massiven Mittelabflüsse aus den Emerging Markets nicht (30,8 Prozent) oder nur zum Teil (46,7 Prozent) für fundamental gerechtfertigt – so die Ergebnisse der aktuellen DVFA Freitagsfrage. Nur 22,4 Prozent der Befragten schätzen die Abflüsse als adäquat ein.

Aderlass hält an

Dennoch rechnen laut Pressemitteilung fast zwei Drittel der Investment Professionals (63,6 Prozent) damit, dass die Mittelabflüsse aus den Emerging Markets zunächst weiter anhalten werden. Nur 37,4 Prozent gehen davon aus, dass sich die Stimmung am Markt zugunsten der Schwellenländer ändert. Die Gefahr einer breiten, massiven Schulden-Krise in den Schwellenländern halte die überwiegende Mehrheit (69,2 Prozent) für weniger realistisch. Als kaum realistisch würden 10,3 Prozent eine solche Entwicklung einstufen. Nur – oder, je nach Sichtweise, immerhin – 20,6 Prozent der Experten schätzen eine solche Verschärfung der Lage als sehr realistisch ein, heißt es in dem Pressetext.

Langfristiges Potenzial

„Die zeitliche Perspektive der Investoren spielt eine zentrale Rolle“, wird Ralf Frank, Generalsekretär der DVFA, in der Mitteilung zitiert. Und weiter: „Langfristig ist zahlreichen Schwellenländern, beispielsweise im Hinblick auf die Demographie, viel Potenzial zuzurechnen, kurz- und mittelfristig stehen viele vor großen internen und externen Herausforderungen“, so Frank. „Beachtenswert ist dabei, dass viele dieser Märkte stark von ausländischen Investoren abhängig und gleichzeitig weniger liquide sind, als viele entwickelte Märkte.“

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