Feindbild FinTech ist „Schwachsinn“

| Berater | Top News von Robert Krüger Kassissa

Dominik Groenen

Dominik Groenen, Gründer von massup, wirft vielen FinTechs vor, kaum Erfahrungen mit Schadenmanagement und Regulierung zu haben. Im Interview mit procontra erklärt er auch, warum er Maklerpools als Gewinner der aktuellen FinTech-Welle sieht.

procontra: Herr Groenen, Sie äußern sich gern zum Thema FinTechs bzw. InsurTechs. Woher kommt Ihre Expertise in diesem Bereich?

Dominik Groenen: Ich bin gelernter Versicherungskaufmann und habe bei der Provinzial Rheinland in Düsseldorf angefangen. Später habe ich acht Jahre in der Produktentwicklung gearbeitet und war auch am Londoner Lloyds Markt tätig. Irgendwann musste ich einfach ausbrechen, um eigene Start Ups im Versicherungsbereich zu gründen. Ich habe zum Beispiel mobinco gegründet. Gemeinsam mit der Wertgarantie Group das Start Up traumschutz gegründet, den Digitalen Insurance Broker Erste Digital in Köln und mein neustes Baby ist massup.
Wenn ich mir die ganzen Start Ups im Bereich Versicherungen ansehe, gibt es doch kaum tiefes Branchen Know How. Jeder macht nun in FinTech, weil es ein Trend, eine Welle ist.

procontra: Sie üben auch in sozialen Medien deutliche Kritik an einigen der dieser FinTechs. Aus Eigennutz, weil Sie selbst Teil dieser Branche sind?

Groenen: Nein, mich stört diese Denkweise und diese Vorstellung, die Welt verändern zu können. So hatte ich neulich gelesen, FinTechs könnten 300.000 Versicherungsvermittler vernichten. So entstehen Seifenblasen. Viele der Unternehmen sind normale Versicherungsmakler. Gerade bei Clark, knip & getsafe gibt nicht es nicht mal eine Technologie. Das ist dort schlichtweg Handarbeit. Viele neue junge Unternehmen gehen jetzt in diesen Markt. Dabei werden die speziellen Produkte der Versicherungsbranche, die Themen wie  Regulierung, Schadenmanagement und vieles mehr total unterschätzt. Ich kann es überhaupt nicht verstehen, warum Versicherungsvorstände jetzt nervös werden. Das ist doch alles intern bei den Versicherern auf Hochtouren in der Umsetzung und dazu ich denke, dass die Versicherer absolut die Nase vorn haben. Die Vorstände sollten sich diese Unternehmen mal richtig ansehen und hinter die Fassade schauen bzw. ein FinTech Monitoring installieren. Dann würde auch keine Nervösität entstehen.

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