Dokumentation - Mittel zur Haftungsbegrenzung

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Die Beratungsdokumentation - lästige Pflicht für Versicherungsmakler? Rechtsanwalt Ralf Funke von der Kanzlei Michaelis plädiert dafür, den Nutzen der Dokumentation für Versicherungsmakler zu erkennen.

Gemäß § 61 hat der Versicherungsvermittler für den Versicherungsnehmer insoweit nach Schwierigkeit die angebotene Versicherung zu beurteilen oder die Person des Versicherungsnehmers und dessen Situation, sofern hier Veranlassung besteht, nach seinen Wünschen und Bedürfnissen zu befragen. Unter Berücksichtigung eines angemessenen Verhältnisses zwischen Beratungsaufwand und der vom Versicherungsnehmer zu zahlenden Prämie ist dieser zu beraten, auch sind Gründe für jeden zu einer bestimmten Versicherung erteilten Rat abzugeben. Dies hat er unter Berücksichtigung der Komplexität des angebotenen Versicherungsvertrages nach § 62 VVG zu dokumentieren.

Dokumentation ist Pflicht

Soweit die Gesetzeslage. Die Praxis sieht teilweise trotz Bestehen dieser Verpflichtung seit mehr als sieben Jahren dennoch anders aus. Es entspricht zwar nicht mehr der Üblichkeit, dass überhaupt keine Beratungsdokumentation erstellt wird, wohl aber, dass allenfalls der Wunsch, nicht jedoch die Bedürfnisse und auch nicht die Gründe, warum die entsprechende Versicherung empfohlen wurde, in diesem Beratungsprotokoll vermerkt werden. Insofern entspricht es weitestgehend der Üblichkeit, dass eine Beratungsdokumentation sehr knapp gehalten ist und im Wesentlichen den ermittelten Wunsch des Kunden und das empfohlene Produkt darstellt.

Dokumentation als Haftungsbegrenzung

Die Existenz derartig knapper Beratungsdokumentationen ist nachvollziehbar. Dem Versicherungsvermittler wurde durch die VVG-Reform eine Vielzahl von Pflichten aufgebürgt, welche unter anderem die recht unbeliebte Beratungsdokumentation beinhaltet. Insofern sieht eine Vielzahl von Versicherungsvermittlern dies als lästige Pflicht, welche unentgeltlich zu den sonstigen Pflichten und dem eigentlichen Kerngeschäft zu erfüllen sind. So nachvollziehbar diese Denkweise auch sein mag, empfiehlt sich hier jedoch ein grundliegendes Umdenken, da die Beratungsdokumentation vielmehr eine Möglichkeit darstellt, die eigene Haftung des Versicherungsvermittlers zu begrenzen.

Seite 1: Pflicht zur Dokumentation
Seite 2: Beweislastumkehr ohne Dokumentation

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