DDR-Versicherung: Noch 1.600 Schadenakten offen

Panorama von Michael Fiedler

Gibt es noch offene Schadensakten aus DDR-Zeiten? Und wer übernimmt deren Regulierung? procontra ging diesen Fragen nach.

1952 wurde auf dem Gebiet der ehemaligen DDR die „Deutsche Versicherungsanstalt“ (DAV) gegründet, die 1969 in „Staatliche Versicherung der DDR“ (SV) umfirmierte. Diese Einheitsversicherung war der Sach-, Haftpflicht- und Personenversicherer der DDR und hatte auch weite Teile der Sozialversicherung in der DDR übernommen.

Nach der Wende sollten die Rechte und Pflichten der SV neu geordnet und das Versicherungsgeschäft der SV privatisiert werden. Hierzu sollte das Vermögen der SV auf ein neues Unternehmen übertragen werden. Am 26. Mai 1990 wurde die „Deutsche Versicherungs-AG“ (DVAG) gegründet. Mit Einbringungsvertrag vom selben Tage wurde der gesamte Geschäftsbetrieb der SV auf die DVAG übertragen. Die Versicherungsverträge wurden mit der Einschränkung übertragen, dass nur zukünftige Forderungen auf die DVAG übergingen und alle Verbindlichkeiten und Risiken aus Schadenereignissen bei der SV verblieben.

Mit dem „Gesetz über die Auflösung der Staatlichen Versicherung der DDR in Abwicklung“ vom 29. August 2005 (SinAAuflG) wurde die Auflösung der durch Gesetz vom 23. September 1990 errichteten Staatlichen Versicherung der DDR in Abwicklung (SinA) zum Ablauf des Jahres 2007 beschlossen. Gemäß § 2 des SinAAuflG wurden der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit Wirkung zum 01. Januar 2008 alle Rechte und Pflichten der SinA übertragen.

Aufgaben der SinA und heute der KfW

Kernaufgabe und Hauptverpflichtung der SinA war seit Errichtung die Regulierung von allen Schadenfolgen aus Schadenereignissen, die sich zu Zeiten der DDR, in einer ganzen Reihe von Fällen aber auch noch bis zum 31. Dezember 1990 ereigneten.

  • Allgemeine Haftpflichtversicherung
  • Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung
  • Unfallversicherung

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