Allianz GI: Keine VW-Aktien im Portfolio

Investmentfonds Top News von Annika Janßen

Die Volkswagen-Aktie fand er schon vor dem Skandal um die Abgasmanipulationen nicht spannend. Warum das so ist und warum China für ihn keine große Rolle spielt, erklärt Matthias Born, Fondsmanager für europäische und deutsche Aktien bei Allianz Global Investors, im Interview.

Fotolia/Christian Jung

procontra: Herr Born, würden Sie momentan noch Volkswagen-Aktien kaufen?

Matthias Born: Wir hatten schon vor dem Skandal um die manipulierten Abgaswerte keine VW-Aktien im Portfolio. Das hat natürlich auch der relativen Fondsperformance geholfen, weil wir von den massiven Kurseinbrüchen nach Bekanntwerden des Skandals verschont geblieben sind.

procontra: Was hat Sie denn davon abgehalten? Immerhin zählte die Aktie bislang zu den aussichtsreichen Blue Chips an der deutschen Börse.

Born: Zum einen zählt China zu den größten Absatzmärkten von VW. Das dortige Wirtschaftswachstum hat sich zuletzt abgeschwächt – ein Risiko für das Unternehmen und dementsprechend auch für den Aktienkurs. Zudem ist die Konzernstruktur von VW sehr komplex, auch mit den Margen-Erwartungen sind wir vorsichtig. Jetzt kommt noch der Manipulationsskandal obendrauf. Das waren für uns genug Gründe, die Aktie mit Vorsicht zu genießen und hat uns in der Vergangenheit vom Kauf abgehalten.

procontra: Marktbeobachter befürchten nun, der Skandal um VW könne auch andere Unternehmen treffen und die ganze Autoindustrie in Mitleidenschaft ziehen. Ist diese Sorge berechtigt?

Born: Nein, eigentlich nicht. Zwar lässt sich keine Aussage dazu treffen, ob der VW-Skandal nur die Spitze des Eisbergs ist. Grundsätzlich ändern die jüngsten Geschehnisse aber nichts an unserer positiven Einstellung gegenüber der Automobilbranche: Auch dort finden sich noch aussichtsreiche Aktien.

procontra: Welche?

Born: Zurzeit sind für uns weniger einzelne Hersteller beziehungsweise Marken interessant, sondern vielmehr die Aktien von Zulieferern der Autoindustrie. Sie werden weiterhin von den Entwicklungen in der Autobranche profitieren. Es gibt ständig neue Trends und Technologien – das kommt den Lieferanten der Autohersteller besonders zugute. Unternehmen wie der Zulieferer Continental oder der Halbleiterhersteller Infineon zählen zu unseren Favoriten.

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