Riester kontert DIW

Versicherungen Top News von Robert Krüger Kassissa

Der Namensgeber der Riester-Rente, Ex-Bundesminister Walter Riester, hält die aktuelle DIW-Kritik an der Riester-Rente für maßlos überzogen.

Foto: Walter Riester (Mitte) im Gespräch mit den DIA-Sprechern Klaus Morgenstern (links) und Dieter Weirich (rechts) in Berlin

Wissenschaftler der Freien Universität und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (beide Berlin) haben errechnet, dass die Riester-Altersvorsorge vor allem Beziehern höherer Einkommen zugutekommt. So verteilen sich rund 38 Prozent der Gesamtförderung auf die obersten zwei Zehntel der verfügbaren Einkommen in der Gesamtbevölkerung. Würden lediglich die Riester-Sparer betrachtet, so seien es rund 32 Prozent der Gesamtförderung, die sich auf die oberen zwei Zehntel der verfügbaren Einkommen erstreckten. Nur lediglich rund sieben Prozent der Gesamtfördersumme entfielen auf die unteren beiden Zehntel der verfügbaren Einkommen.

In der kürzlich stattgefundenen DIA-Lounge vom Deutschen Institut für Altersvorsorge sagte Walter Riester zu der DIW-Studie: „Ich bin entsetzt, denn Millionen Menschen werden verunsichert.“ Die behauptete Kernaussage, dass von der Riester-Rente vor allem Bezieher höherer Einkommen profitierten, sei grundfalsch, so Riester. Riester verurteilte zugleich frühere Befunde des DIW in Zusammenarbeit mit Axel Kleinlein, wonach es besser sei, sein Geld in den Sparstrumpf zu stecken, statt mit der Riester-Rente vorzusorgen. Riester hat sich auf seiner Homepage ausführlich mit dieser Kritik des DIW auseinander gesetzt.

Einige Weichen falsch gestellt
Riester räumte aber ein, dass damals einige Weichen falsch gestellt wurden. So wollte Riester damals ein Obligatorium für alle haben wollen, konnte sich damit aber politisch nicht durchsetzen. Ebenso hätten die Kleinselbstständigen in den Kreis der Förderberechtigten aufgenommen werden müssen. Zudem sei die zentrale Zulagenstelle ein Fehlkonstrukt gewesen. Besser wäre eine Zuteilung über die Finanzämter vor Ort gewesen, da diese über alle relevanten Daten verfügen. Dagegen waren aber die Bundesländer. Den Kritikpunkt „Riester ist Renditekiller“ lässt der Namensgeber ebenfalls nicht gelten. Denn die Riester-Rente sei kein Kapitalanlageprodukt, sondern ein Versicherungsprodukt, da auch Investmentfonds- und Banksparpläne im hohen Alter in eine Rentenversicherung umgewandelt werden müssen. Aktuell fordert Riester notwendige Nachbesserungen wie die Dynamisierung der Förderhöchstgrenzen.

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