Kein Makler muss kostenfrei arbeiten

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Wie Honorarberatung bei ihm funktioniert, berichtet Sven Stopka. Bild: Fotolia/contrastwerkstatt

Sven Stopka ist seit 2006 Makler. Er berät und vermittelt auch gegen Honorar. Wie das funktioniert, schildert er in einem Gastbeitrag.

Jeder Makler muss lernen, als Unternehmer zu denken und sein eigenes Geschäftsmodell für Honorarleistungen entwickeln. Fatal wäre es aus meiner Sicht, Gebühren- oder Kostenmodelle anderer Makler zu kopieren. Wie bin ich vorgegangen? Ich habe – wie es jeder Unternehmer auch tut – meinen Stundensatz kalkuliert. 

Ich bin zum einen als Honorarvermittler tätig: Das bedeutet, ich vermittle meinen Mandanten Sondertarife von Gesellschaften. Für die Vermittlung stelle ich ein entsprechendes Entgelt in Rechnung. Dieses Entgelt bemisst sich nicht nach Beitragssumme oder monatlichen Beiträgen, die der Mandant zahlt, sondern nach festen Sätzen: also Stundensatz oder Pauschalwert.

Zum anderen biete ich meinen Mandanten Service-Leistungen an, die bezahlt werden müssen. Denn kein Makler muss kostenfrei arbeiten, oder Quersubventionen umsetzen. Bei diesen Zusatzleistungen handelt es sich aber nicht um den Vergleich von Strom-, Gas-, Internet- oder Telefontarifen. Meine Mandanten schätzen es sehr, wenn ich ihnen lästige administrative Aufgaben abnehme. Dazu gehört z.B. die Pflege aller Unterlagen im digitalen Versicherungsordner oder das Management von Apotheken- und Arztrechnungen.

Meine Mandanten wissen genau, welche Dienstleistungen von mir welchen Betrag kosten – in Euro und Cent. Das ist transparent. Und bisher habe ich keine allzu negativen Rückmeldungen bekommen. Einige meiner Mandanten waren schon der Ansicht, auf meine Zusatzleistungen verzichten zu können – sahen aber bald ein, dass es sich um eine sehr aufwändige Arbeit handelt. Gerade, wenn man über wenig Erfahrung verfügt.

Durch meine Zusatzleistungen verschaffe ich meinen Mandanten vor allem eins: ZEIT. Natürlich kann man seine Unterlagen auch selbst pflegen und verwalten. Aber die Zeit, die man dafür aufwenden muss, kann man besser mit Familie und Freunden verbringen. Wenn der Mandant nur einen überschaubaren Jahresbeitrag zahlt und dafür mehr Zeit für seine Liebsten hat, ist das jeden einzelnen Euro wert. Genau so sage ich es auch meinen Mandanten.

Ich sehe als großes Problem in unserer Branche, dass nur wenige Marktteilnehmer aktiv mit den Mandanten über ihren Verdienst als Vermittler sprechen. Vielleicht liegt es ja daran, dass der Erlös im auffälligen Missverhältnis zur erbrachten Leistung steht? Nehmen wir beispielsweise an, ein Mandant schließt einen Vertrag ab, in den er monatlich 100 Euro einzahlt. Der Vermittler erhält im Beispiel für diesen Vertrag 1000 Euro Courtage. Schließt der Mandant diesen Vertrag ab und zahlt aber 200 Euro monatlich ein, erhält der Vermittler im Beispiel 2000 Euro Courtage. Doch es wurde die gleiche Dienstleistung erbracht. Warum erhält der Makler den doppelten Verdienst? Von solchen Missverhältnissen bin ich mit meinen Mandanten vollkommen entfernt.

Wer sich als Makler entschließt, mit Servicepauschalen zu arbeiten, muss darauf achten, dass solche Servicepauschalen generell der Umsatzsteuer unterliegen – sofern man keine Kleinunternehmerregelung gewählt hat. Auch wer unter 17.500 Euro im Jahr an umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen hat, kann sich freiwillig der Umsatzsteuer unterwerfen. Dies hat den Vorteil, dass man auch die Umsatzsteuer anteilig vorziehen kann. Zu diesen Fragen sollte jeder Makler mit seinem Steuerberater sprechen.

 

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