Investmentfonds statt Lebensversicherung

Investmentfonds von Stefan Terliesner

DVFA-Umfrage: Lebenpolice ohne Garantiezins künftig kein zentraler Baustein der Geldanlage mehr. Andere Produkte sind beliebter. Passend dazu feiert Fondsbranche neuen Rekord.

Foto: Fotolia/© ra2 studio

Immer mehr Versicherer steigen aus dem Geschäft für die klassischen Lebensversicherungsprodukte mit lebenslangen Garantien aus, weil es sich als zunehmend unrentabel erweist. Aktuell zum Beispiel hat Ergo den Ausstieg aus dem Klassikgeschäft angekündigt. Alternativ setzt die Assekuranz nun auf kapitalmarktnahe Produkte ohne Garantien. Vor diesem Hintergrund halten es 84,3 Prozent der DVFA Investment Professionals in Deutschland für realistisch oder sehr realistisch, dass dadurch zukünftig stärker andere, nicht versicherungsbasierte Geldanlage-Produkte, beispielsweise der Fondsanbieter, Mittelzuflüsse verzeichnen können. Nur 15,8 Prozent der Befragten halten diese Entwicklung für weniger realistisch oder unrealistisch – das ergab eine aktuelle Umfrage der DVFA unter Investmentprofis.

Kunde entscheidet

Wie der Pressemitteilung weiter zu entnehmen ist, könnte sich die Bedeutung der Lebensversicherung insgesamt verändern: Mehr als die Hälfte, 53,4 Prozent der Befragten, erwarten, dass Lebensversicherungen nach dem Wegfall der Garantieverzinsung zukünftig kein zentraler Baustein der Geldanlage beziehungsweise der Vorsorge für Privatanleger mehr sein werden. Insgesamt 46,6 Prozent gehen nicht davon aus. „Eine wichtiger Faktor für die zukünftige Rolle von Lebensversicherungsprodukten – und damit für die Geschäftsmodelle vieler Versicherer – wird sein, ob die typischerweise eher risikoaversen Versicherungskunden chancen- aber auch risikoreichere Produktvarianten ohne Garantieverzinsung in der Breite annehmen werden“, erläutert Ralf Frank, Generalsekretär der DVFA.

Fondsbranche im Rekordrausch

Während die Versicherer sich reihenweise aus dem Klassik-Geschäft zurückziehen, feiert die Investmentfondsbranche tatsächlich einen neuen Rekord. Wie der Branchenverband BVI am Mittwoch mitteilte, legten noch nie Anleger in Deutschland so viel Geld in Investmentfonds an wie in diesem Jahr. Nach nur sieben Monaten knackten die Produkte den bisherigen Gesamtjahresrekord aus dem Jahr 2000. Damals tobte der Irrsinn um die New Economy und jeder wollte in Aktien und Aktienfonds anlegen. Ein ähnlicher Absturz wie damals ist heute aber nicht in Sicht – bislang zumindest. In der Zeit von Anfang Januar bis  Ende Juli flossen insgesamt 124,4 Milliarden Euro in Fonds, davon 74,6 Milliarden Euro in Spezialfonds und 49,8 Milliarden in Publikumfonds.

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